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Für weniger CO2 im Straßenbau
 

Niedrigtemperatur-Asphalt soll Emissionen reduzieren

Es dampft auf der Rasenallee zwischen Kassel und Ahnatal. Walzmaschinen brummen und drücken Fahrt um Fahrt den Asphalt platt. Auf etwas mehr als einem Kilometer wird die Straße erneuert. Auf der Hälfte der Strecke kommt dabei ein neues Verfahren zum Einsatz, in das Straßenbauer viel Hoffnung setzen: der Einbau von sogenanntem Niedrigtemperatur-Asphalt.

 

Normalerweise wird Asphalt im Straßenbau mit einer Temperatur von etwa 160 Grad Celsius gemischt und aufgebracht. „Wir senken die Temperatur nun um rund 30 Grad ab“, erklärt Bautechniker Klaus Watzl von Hessen Mobil. Wird als Brennstoff dafür Heizöl verwendet, spare man etwa einen Liter pro Tonne Asphaltmischgut. Auch der Ausstoß von Kohlendioxid und Stickoxiden verringere sich.

 

Die Walzen haben allerhand zu tun, denn der neue Asphalt erkaltet schneller und ist dann nicht mehr zu verarbeiten. Bevor das passiert, muss er verdichtet sein. Sonst entsteht das, was es zu vermeiden gilt, erklärt Klaus Watzl: Dann zerstört die Walze die Oberfläche und das Material bricht. „Asphalt muss viele Widersprüche vereinen“, erklärt Watzl. Ist er zu hart, entstehen Risse. Ist er zu weich, gibt es Rillen. Er muss wasserdicht sein, aber auch Wasser aufnehmen und abführen. Er soll glatt sein und griffig. Und im besten Fall noch umweltfreundlich.

 

Funktionieren soll all das nun mithilfe eines Stoffes,der sich Aspha-min nennt. Dieser Zeolith ist bisher auch verwendet worden, wenn Asphalt bei kaltem und windigem Wetter eingebaut wurde, erklärt Andreas Eichler. Er ist Laborleiter für die Baustoffprüfung der Mitteldeutschen Hartstein-Industrie. Mit dem Stoff, der auch in Waschpulver vorkomme, könne man Asphalt geschmeidig machen. Nun kommt Aspha-min auch beim Niedrigtemperaturverfahren zum Einsatz. Asphalt mit diesem Zusatzstoff sei zwar schon lange auf dem Markt, aber noch nicht genormt, sagt Eichler. Er sei stiefmütterlich behandelt worden, rücke aber durch Umwelt- und Gesundheitsschutz mehr in den Fokus.

 

Abgesehen von den höheren Kosten hat die niedrigere Temperatur laut Experten nämlich noch einen Vorteil: den Schutz der Bauarbeiter, die ihn auf die Straße bringen. Denn bei den hohen Temperaturen entstehen Aerosole und Dämpfe, erklärt Watzl. Sie werden mit Absaugvorrichtungen gemindert. Ist die Temperatur des Asphaltmischguts um zehn Grad verringert, erzeuge dasnur die Hälfte der Bitumen- Dämpfe und sorge damit für bessere Arbeitsbedingungen an der Baustelle.

 

Der neue Asphalt auf der Rasenallee wird von der Firma Wachenfeld in Korbach eingebaut und stammt aus einem Mischwerk in Bad Arolsen. In Hessen ist der Niedrigtemperatur- Asphalt laut Hessen Mobil schon in Grünberg und im Schwalm-Eder-Kreis erprobt worden. An der Rasenallee baut die Behörde die Hälfte der Straße mit dem neuen Verfahren. Dadurch werde geprüft, wie unterschiedlich sich die Straße bewährt. „Wir ziehen generell immer Bohrkerne zur Prüfung“, sagt Sachgebietsleiter Tobias Herbst. Der neue Asphalt müsse dieselben Eigenschaften erfüllen.

 

Die Straßenbauer erhoffen sich sogar eine längere Haltbarkeit. Denn das Aspha-min könnte den Asphalt dichter und damit auch belastbarer machen. Sehen werden Autofahrer den Unterschied wahrscheinlich nicht, wenn sie ab Mitte des Monats wieder auf der Straße fahren. Der Wasserdampfeffekt des Asphamins verschwindet und ist nicht mehr nachweisbar.

 

Pressemittelung, 07.12.2021.

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