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Ohne sie rollt keine Straßenbahn
 

KVG rüstet ihre Unterwerke für Ausbau des ÖPNV

Sie sind unscheinbar, aber unerlässlich für den ÖPNV in Kassel: die sogenannten Gleichrichterunterwerke, die die Trams in Kassel mit Strom versorgen. Derzeit macht die KVG ihre Technik fit für die Zukunft.

 

Die Spannung steigt bei der KVG. Und das im Wortsinn. Denn derzeit macht das Kasseler Verkehrsunternehmen die Stromversorgung für seine Straßenbahnen fit für die Zukunft – und die ist angesichts des wachsenden Energiebedarfs auf der Schiene spannungsreicher. Die entscheidende Schaltstelle sind dabei die Umspannwerke entlang der Tramstrecken in Kassel, nach Vellmar, Baunatal und durch das Lossetal. Im Fachjargon heißen sie Gleichrichterunterwerke.

 

In den unscheinbaren Bauwerken wird der aus dem Stromnetz eingehende Wechselstrom mit 10 000 Volt Spannung umgewandelt in Gleichstrom, den die Tram benötigen. Bislang wird die Spannung dabei auf 600 Volt transformiert, künftig werden es 750 Volt sein. Deshalb werden derzeit alle Unterwerke technisch umgerüstet. Teilweise sind auch Neubauten erforderlich.

 

Die Umstellung

 

Nötig ist die Umstellung auf die höhere Spannung, weil der Strombedarf für den Tramverkehr steigt. Die Fahrzeuge neuer Generationen seien schwerer und beinhalten mehr Technik. Auch die Klimatisierung kostet Energie. Zudem werden vermehrt gekoppelte Trams oder Fahrzeuge mit Anhänger eingesetzt, um mehr Fahrgäste zu transportieren.

 

„All das erhöht den Stromverbrauch“, sagt Torsten Welsch, Leiter des Fachbereichs Elektrotechnik bei der KVG. Daher auch die Umstellung von 600 auf 750 Volt. „Wir erhöhen die Spannung, weil wir dann mehr Leistung zur Verfügung haben“, erklärt Welsch. Zum Vergleich: Aus der heimischen Steckdose kann man bei 230 Volt etwa 3,5 Kilowatt Leistung entnehmen, was etwa drei anhängten Föns entspricht. Bei der KVG stehen rund 1500 Kilowatt pro Streckenabschnitt zur Verfügung, womit zwei bis drei Trams bewegt werden können.

 

Das Gebäude

 

Die wichtige Technik steckt dabei in unscheinbarer – manch einer würde wohl auch sagen: unansehnlicher – Hülle. So war etwa 2014 auf dem Bebelplatz ein neues Unterwerk an das dortige Trafohäuschen angebaut worden. Dank der künstlerischen Gestaltung hat sich der anfängliche Protest gegen den „Betonklotz“ inzwischen gelegt. Der jüngste Neubau ist auf dem Grundstück des Palais Bellevue am Weinberg entstanden. Das dortige Unterwerk, das kürzlich in Betrieb gegangen ist, ersetzt den technisch überholten Vorgänger auf der gegenüberliegenden Straßenseite am Hölkeschen Haus. Der Betonbau soll noch mit einer Steinverkleidung aufgewertet werden.

 

Mit den Unterwerken sei es ein bisschen wie mit Windparks, sagt Thomas Kröger, Leiter des Fachbereichs Planung und Infrastruktur der KVG: „Jeder weiß, das wir sie brauchen, aber es ist schwierig, einen geeigneten Platz zu finden und sie den Anwohnern schmackhaft zu machen.“ Man bemühe sich sehr um eine ansprechende Gestaltung etwa durch eine Holzverkleidung oder eine schöne Bemalung. Letztlich sei aber klar: „Das sind Zweckbauten, da können wir keine Schlösschen bauen“, so Kröger. Schon so koste der Neubau eines Unterwerks inklusive der technischen Ausstattung rund eine Million Euro.

 

Die Technik im Inneren

 

Betritt man eines der sonst nur für die KVG-Fachleute zugänglichen Unterwerke, sieht man vor allem Metallschränke. Links mit Türen in Grau, rechts in Knallorange. Hinter den grauen Türen verbirgt sich die 10kV-Schaltanlage. Dort tritt die Spannung mit 10 000 Volt in das Unterwerk ein. Sie wird zunächst weitergeleitet zum Transformator, der sich in einem streng gesicherten und mit Warnschildern versehenen Nebenraum befindet. Dort wird die Hochspannung umgewandelt in die benötigten 600 beziehungsweise künftig 750 Volt. Den Effekt sieht man auch an den Kabeln: Die roten Hochspannungskabel sind dünn, in den dickeren schwarzen Kabeln wird die niedrigere Spannung wieder in die eigentliche Schaltanlage geleitet.

 

Im Gleichrichter, der sich hinter den orangefarbenen Türen befindet, wird der Wechselstrom in Gleichstrom umgewandelt. Von dort wird der sozusagen tram-tauglich gemachte Strom für die Straßenbahnen eingespeist. Wer genau hinschaut, wird bemerken, dass in der Nähe eines jeden Unterwerks dickere schwarze Kabel über Masten an die Oberleitungen geführt werden. Die Fachleute sprechen dabei von Speisemasten. So wird der wachsende Appetit des Schienenverkehrs gestillt.

 

Der Ausblick

 

„Wir stellen die Weichen für den Verkehr 2030/2035“, sagt KVG-Bauchef Thomas Kröger über den Umrüstungsprozess, der noch etwa zehn Jahre in Anspruch nehmen werde. An einem „Tag X“, so Kröger, wird dann zeitgleich in allen 37 Unterwerken das gesamte Schienenverkehrsnetz der KVG auf 750 Volt umgestellt. Ein kleiner Schritt für die Spannung, ein großer für die Verkehrswende.

 

Pressemitteilung, 02.12.2021.

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