Logo Regionalmanagement Nordhessen
Deutsch  Deutsch

Sterne auf getrennten Wegen
 

Daimler Truck wird heute vom Mutterkonzern abgespalten

Einige Lastwagen-Oldtimer wurden bereits zum Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck überführt – ansonsten soll die Aufspaltung des Daimler-Konzerns nüchtern und ohne viel Aufhebens über die Bühne gehen. An diesem Mittwoch ist es nach langer Vorbereitung soweit: Daimler Truck mit weltweit über 100 000 Mitarbeitern wird erstmals in die unternehmerische Selbstständigkeit entlassen. Zur eigenständigen Sparte gehört dann auch das Achsenwerk mit rund 2900 Beschäftigten. Mercedes-Autos und -Lkw fahren getrennte Wege. Das Megaprojekt beendet die gemeinsame Geschichte, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. In Nordhessen werden seit mehr als 50 Jahren Achsen für Nutzfahrzeuge gebaut. Der Dreizack-Stern als Markenzeichen bleibt beiden Herstellern erhalten. Der Imagefaktor ist nicht zu unterschätzen, denn die Marke ist Experten zufolge viel wert. Sie wird beispielsweise vom US-Beratungsunternehmen Interbrand mit knapp 51 Milliarden US-Dollar (rund 45,2 Milliarden Euro) bewertet. Das bedeutet weltweit Platz acht – unter den Autobauern ist nur Toyota mehr wert.

 

Die Aufspaltung ist auch nicht billig – sie wird mit mindestens 700 Millionen Euro zu Buche schlagen. Diese Einmalkosten betreffen unter anderem die Teilung des Geschäfts mit Finanzdienstleistungen. Daimler Truck soll dann am Freitag kommender Woche (10. Dezember) an die Börse kommen. Der aus eigener Sicht weltweit größte Hersteller von Lkw und Bussen will sich bis Ende März für den Dax qualifizieren. Daimler-Aktionären winkt den Plänen zufolge ein Geschäft, denn sie erhalten zusätzliche Anteile des Nutzfahrzeugherstellers. Über eine Abspaltung des Lkw-Geschäfts wurde schon lange spekuliert. Wer Kennern zuhört, fragt sich bisweilen, wieso es Auto und Lkw überhaupt so lange aushielten. „Trucks und Pkw sind zwei völlig unterschiedliche Geschäfte“, sagte Vorstandschef Ola Källenius im Oktober. Die Aufspaltung komme spät, aber nicht zu spät, urteilt Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer. Verbindende Technologien wie der Diesel seien Geschichte. „Die Gemeinsamkeiten zwischen Pkw und Truck sind so groß wie die Gemeinsamkeiten zwischen U-Booten und Flugzeugen“, sagte der Direktor des privaten Center Automotive Research (CAR) der Deutschen Presse-Agentur. Daimler steht in der Welt der Großkonzerne nicht alleine da. Siemens brachte die Medizintechnik und die Energiesparte an die Börse. Der US-Industriegigant General Electric (GE) soll in drei Teile zerschlagen werden. Es geht darum, den Wert der bisherigen Konzernbereiche zu steigern und wettbewerbsfähiger zu werden. Insbesondere die frühere Nutzfahrzeugsparte, die so lange im Schatten des Pkw-Geschäfts stand, will profitabler werden.

 

Risiken gibt es natürlich auch – dabei geht es beispielsweise um unerwünschte Einflussnahme von Großaktionären. Einzeln könnten die bisherigen Konzernsparten anfälliger für Übernahmeversuche werden, lautet eine Befürchtung. Die Branche steht ohnehin wegen milliardenschwerer Investitionen in EAutos und selbststeuernde Fahrzeuge vor riesigen Herausforderungen, die auch mit Gefahren verbunden sind. Der Mangel an Halbleitern und anderen elektronischen Bauteilen sorgt zudem für erhebliche Unruhe.

 

In der verbleibenden Autosparte will Daimler-Chef Källenius Mercedes-Benz als Luxusmarke profilieren. Diese Ausrichtung wirkt auch wie eine Rückbesinnung auf alte Werte, die in Jahrzehnten der Visionen und teurer Expansionsprojekte in den Hintergrund gerückt waren.

 

Als Lichtgestalt gilt für den Experten Willi Diez der einstige Topmann Joachim Zahn, der Daimler in den 1960erund 1970er-Jahren zu einer Weltfirma machte. „Er hat dort Begehrlichkeiten geschaffen, wo andere Unternehmen sich als billige Bedarfsdecker positioniert und profiliert haben“, schreibt Diez in einem noch unveröffentlichten Buch über den Konzern mit dem Stern.

 

Pressemitteilung, 01.12.2021.

Datenschutzhinweis

Die Freigabe von Cookies ermöglicht Ihnen ein optimiertes Erlebnis unserer Webseite, indem wir personenbezogene Daten verarbeiten. Mit einem Klick auf "alle akzeptieren" oder "Auswahl bestätigen" akzeptieren Sie diese Verarbeitung und auch die Weitergabe Ihrer Daten an Drittanbieter. Die Daten werden für Website-Analysen sowie für Drittanbieterseiten genutzt. Weitere Informationen, auch zur Datenverarbeitung durch Drittanbieter, finden Sie in den Einstellungen sowie in unseren Datenschutzhinweisen. Sie können die Verwendung von Cookies ablehnen oder jederzeit über den Hinweis "Cookie-Einstellungen" auf der Webseite anpassen.

Notwendige Cookies helfen dabei, eine Webseite nutzbar zu machen, indem sie Grundfunktionen wie Seitennavigation und Zugriff auf sichere Bereiche der Webseite ermöglichen. Die Webseite kann ohne diese Cookies nicht richtig funktionieren.

Name Anbieter Zweck Ablauf Typ
CookieBanner www.mowin.net Speichert den Zustimmungsstatus des Benutzers für Cookies auf der aktuellen Domäne. 1 Jahr HTTPS

 

 

Statistik-Cookies helfen Webseiten-Besitzern zu verstehen, wie Besucher mit Webseiten interagieren, indem Informationen anonym gesammelt und gemeldet werden.

Name Anbieter Zweck Ablauf Typ
_pk_id.1.e2c9 Matomo 1 Jahr HTTPS
_pk_ses.1.e2c9 Matomo 1 Tag HTTPS