Logo Regionalmanagement Nordhessen
Deutsch  Deutsch

Mit Aluminium in die Zukunft
 

VW-Werk hat Magnesium-Gießerei abgebaut – E-Antrieb erfordert Umdenken

Der Wandel von der Verbrennungstechnik hin zum Elektroauto ist im VW-Werk Kassel in Baunatal allgegenwärtig. Überall werden Produktionsteile, die für den Bau der neuen Elektromodelle nicht mehr benötigt werden, abgebaut. Jetzt wurde auch die erst vor sieben Jahren eröffnete zukunftsweisende Magnesium-Gießerei wieder dichtgemacht. In die Halle 8e – die Mitarbeiter sehen das neue „e“ passend als Symbol für „Elektro“ – sind bereits Druckgussmaschinen eingezogen, mit denen sich Aluminium- Gehäuse für die Elektroantriebe gießen lassen. Bisher wurden dort täglich bis zu 2600 Magnesium-Gehäuse für Handschaltgetriebe gefertigt.

 

2014 sei die Magnesium- Gießerei an dieser Stelle erst eröffnet worden, berichtet Fertigungsleiter Siegfried Wüst. Weil Magnesium leichter sei als Aluminium, sei der Werkstoff sehr gefragt gewesen, sagen Wüst und sein Mitarbeiter Michael Klee. „Damals wurde sehr auf Magnesium gesetzt“, betont Klee. Ein Magnesium-Gehäsuse ist etwa ein Drittel leichter als eines aus Aluminium.

 

Die Arbeit mit Magnesium berge aber auch Risiken, betont Siegfried Wüst. Als Hauptrisiko nennt er die Gefahr eines Feuers, wie das Großfeuer im Baunataler Werk 2005 gezeigt habe. Da hatte vermutlich ein Blitz einen Brand auf dem Lagerplatz für Magnesium-Schrott entfacht. Die Feuerwehr brauchte Stunden, um ein Übergreifen der Flammen auf die Werkshallen zu verhindern und die Flammen zu ersticken. „Magnesium ist ein Risiko-Thema.“

 

Während schon die Produktion des legendären Handschaltgetriebes MQ250 zugunsten des Elektromotorenbaus aufgegeben wurde, wird seit Juni nun auch der Handschalter MQ350 nicht mehr am nordhessischenStandort gebaut. Das letzte Gehäuse aus Magnesium habe die Halle im Sommer verlassen, erläutert Wüst.

 

Riesige Druckguss-Maschinen für Aluminium-Gehäuse haben inzwischen Einzug gehalten. Ein Anlagenführer, so Wüst, könne vier diese Kolosse gleichzeitig steuern. Diese drücken mit einer Kraft von1800 bis 2000 Tonnen zu. 700 Grad heißes Aluminiumwird zuvor in die Form gepresst. Heraus kommen insbesondere Gehäuse für die in Baunatal gebauten Elektromotoren „Base plus“ und „Base minus“.

 

Auf den Anlagen, so Wüst, werden künftig aber nicht nur Teile für die Elektroautosvon VW gefertigt, sondern auch für die Elektro-Plattform PPE für die Premiummodelle von Audi und Porsche. Stückzahlen nennen die Verantwortlichen nicht. Die Zahl der Mitarbeiter in der Halle hat sich mit der Umstellung von Magnesium auf Aluminium halbiert. Während in der MagnesiumGießerei pro Schicht acht Beschäftigte eingesetzt waren, seien es jetzt nur noch vier, so Wüst.

 

Dennoch wirbt der Fertigungschef für den Wandel. Nur so könne das Werk fit für die Zukunft gemacht werden, sagt er. Und: Viele Mitarbeiter hätten sich bei der Neugestaltung der Halle eingebracht. Das helfe dabei, den Zuschlag auch für weitere Produkte zu bekommen. Michael Klee bestätigt das und beschreibt die Herausforderung so: „Die Mitarbeiter haben viele Jahre Magnesium gemacht. Jetzt müssen sie von heute auf morgen mit der neuen Technik umgehen.“

 

Übrigens: Die Verantwortlichen nennen noch zwei Umweltaspekte, die die Umstellung auf Aluminium mit sich gebracht habe. So setze der Fertigungsprozess wesentlich weniger CO2 frei, sagt Wüst. Und in direkter Nachbarschaft befinde sich die neue, eigene Recyclinganlage für Aluminium-Späne (HNA berichtete), auf kürzestem Weg könne die Halle 8e aus dieser mit flüssigem Alu beliefert werden.

 

 

Hintergrund - 1400 Tonnen CO2 jährlich eingespart

 

n direkter Nachbarschaft der Halle 8e befindet sich die 2020 eröffnete Wiederverwertungsanlage für Aluminium- Späne. Dort werden täglich bis zu 80 Tonnen Aluminium- Abfall aus dem Werk eingeschmolzen und letztendlich wiederverwertet. Das spart beim Einkauf von neuem Material sowie bei Transportkosten.

 

Laut VW werden durch das neue Verfahren bis zu 1400 Tonnen CO2 jährlich eingespart. Insgesamt arbeiten in der größten Leichtmetallgießerei Europas über 1000 Frauen und Männer.

 

Pressemitteilung, 26.11.2021.

Datenschutzhinweis

Die Freigabe von Cookies ermöglicht Ihnen ein optimiertes Erlebnis unserer Webseite, indem wir personenbezogene Daten verarbeiten. Mit einem Klick auf "alle akzeptieren" oder "Auswahl bestätigen" akzeptieren Sie diese Verarbeitung und auch die Weitergabe Ihrer Daten an Drittanbieter. Die Daten werden für Website-Analysen sowie für Drittanbieterseiten genutzt. Weitere Informationen, auch zur Datenverarbeitung durch Drittanbieter, finden Sie in den Einstellungen sowie in unseren Datenschutzhinweisen. Sie können die Verwendung von Cookies ablehnen oder jederzeit über den Hinweis "Cookie-Einstellungen" auf der Webseite anpassen.

Notwendige Cookies helfen dabei, eine Webseite nutzbar zu machen, indem sie Grundfunktionen wie Seitennavigation und Zugriff auf sichere Bereiche der Webseite ermöglichen. Die Webseite kann ohne diese Cookies nicht richtig funktionieren.

Name Anbieter Zweck Ablauf Typ
CookieBanner www.mowin.net Speichert den Zustimmungsstatus des Benutzers für Cookies auf der aktuellen Domäne. 1 Jahr HTTPS

 

 

Statistik-Cookies helfen Webseiten-Besitzern zu verstehen, wie Besucher mit Webseiten interagieren, indem Informationen anonym gesammelt und gemeldet werden.

Name Anbieter Zweck Ablauf Typ
_pk_id.1.e2c9 Matomo 1 Jahr HTTPS
_pk_ses.1.e2c9 Matomo 1 Tag HTTPS