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Volkswagen bietet ID.3 und ID.4 ab sofort im Abo
 

Volkswagen bietet in Deutschland seit dem 1. September Autos im Abo an.

Volkswagen bietet in Deutschland seit dem 1. September Autos im Abo an. Kunden können monatlich die vollelektrischen Modelle ID.3 und ID.4 abonnieren. Den ID.3 gibt es dabei ab 499 Euro, den ID.4 ab 649 Euro. Die Wolfsburger schätzen, bis 2030 rund 20 Prozent ihrer Umsätze aus Abos und anderen kurzzeitigen Mobilitätsangeboten ziehen zu können.

 

Volkswagen wird für das Angebot namens AutoAbo in den kommenden Monaten mehr als 2.000 „junge Gebrauchte“ aus seiner Firmenflotte zur Verfügung stellen. In einem späteren Schritt sollen auch die VW-Händler eigene Autos für den Abonnement-Service bereitstellen können. Konzipiert wurde das Abo mit Volkswagen Financial Services. Die Leasing- und Finanztochter hatte zum Jahresanfang bereits in Eigenregie ein Monatsabo für den VW ID.3 entwickelt. Jetzt wird das Abonnement-Angebot zur Chefsache. Laut dem „Handelsblatt“ steigt zunächst die Kernmarke des Volkswagen-Konzerns in das Abo-Geschäft ein. Weitere VW-Töchter dürften dem Wirtschaftsmagazin zufolge folgen und ebenfalls eigene Abo-Modelle auflegen. 

 

Das Abo für den ID.3 und ID.4 gibt es nun entweder ab drei oder ab sechs Monaten Mindestlaufzeit, danach ist es für die Kunden jederzeit flexibel kündbar. Im Vertrag ist alles außer Strom inklusive, sprich: 800 Freikilometer pro Monat sowie der Full-Service mit Zulassung, Hauptuntersuchung, Wartung, Inspektionen, Versicherungen und Steuern. Als Angebot zum Start können Kunden ihre Fahrzeuge mit Vorlauf von 14 Tagen an ihren Wunschstandort liefern und auch wieder abholen lassen. Künftig ist laut VW zudem eine Auslieferung über die Handelsorganisation geplant. 

 

„Die Zahl der Menschen wächst, die ein Fahrzeug nicht unbedingt dauerhaft besitzen, es jedoch für einen definierten Zeitraum exklusiv nutzen möchten. Für sie haben wir mit dem Volkswagen AutoAbo jetzt ein neues, flexibles Angebot zwischen Leasing und Sharing entwickelt“, sagt Klaus Zellmer, Vorstand für Vertrieb und Marketing bei Volkswagen. Zellmer ist es auch, der die Ankündigung von den angestrebten 20 Prozent Umsatzanteil aus Abos und anderen kurzzeitigen Mobilitätsangeboten bis 2030 tätigt. 

 

Den Start des Abo-Angebots bezeichnet Volkswagen als „wichtigen Meilenstein beim Geschäftsmodell 2.0“ und Zeichen des Wandels vom reinen Fahrzeughersteller zum Mobilitätsanbieter. Das neue Abo ist nur ein Baustein dieser Strategie. Gegen Ende 2021 will der Konzern in Deutschland zudem ein Angebot für Online-Leasing und Online-Verkaufsabschlüsse schaffen – zunächst im Agentur-Vertrieb für die ID.-Familie, danach soll die Plattform auch dem Handel zur Verfügung stehen, um Verbrenner oder Hybridfahrzeuge anzubieten. VW spricht von einem künftigen „Marktplatz“. 

 

Grundsätzlich wagt Volkswagen den Balanceakt, neue Geschäftsmodelle und digitale Vertriebskanäle auszubauen und die stationären Händler bei Laune zu halten. So betont der Konzern mit Blick auf das Abo, dass der Handel beispielsweise bei Wartung und Reparatur von Anfang an in das Modell integriert werde und sukzessive noch intensiver eingebunden werden solle. Zu einem späteren Zeitpunkt sei beispielsweise geplant, dass Kunden ihre Abos auch direkt beim Händler abschließen können. „Wir werden die Vorteile unseres starken Handelsnetzes voll ausspielen“, wird Zellmer zitiert. 

 

Gegenüber der „Automobilwoche“ betont der Manager übrigens auch die gute Vorarbeit von Konzerntochter Volkswagen Financial Services. „Die Erkenntnisse aus der Pilotierung der Financial Services fließen natürlich in unser Abo-Modell mit ein. Nicht zuletzt durch dieses Angebot konnten wir gut abschätzen, dass es einen vielversprechenden Markt gibt“, führt Zellmer dort auf die Frage aus, ob sich die Konzerntöchter künftig bei den Abos Konkurrenz machen würde. Bei VW verfolge man nun einen leicht anderen Ansatz: „Einerseits sind wir mit anderen Preisen am Start, andererseits können Sie bei unserem Auto-Abo-Angebot ein konkretes Modell auswählen – und nicht nur eine Fahrzeugklasse.“ Während es den ID.3 bei VW bei 499 Euro im Monat gibt, wird er bei Financial Services für 449 Euro angeboten. 

 

Mit seiner digitalen Öffnung will der Autohersteller nach eigenen Angaben grundsätzlich einen größeren Kundenkreis ansprechen und zusätzliche Umsätze generieren. Bereits bei der Vorstellung seiner Strategie für 2030 namens „New Auto“ hatte Volkswagen im Juli vom hohen Umsatzpotenzial digitaler Dienste geschwärmt. Neben einer Software im Fahrzeug selbst sprach Volkswagen-Chef Herbert Diess davon, auch eine Software-Plattform rund um Mobilitätsdienste aufbauen zu wollen. Damit sollen Mobility-as-a-Service und im kommerziellen Bereich Transport-as-a-Service so einfach angeboten und genutzt werden können wie eine App, hieß es im Juli. 

 

Abos vonseiten einiger Hersteller gibt es bereits auf dem Markt. Ein Vorreiter auf diesem Gebiet ist etwa Volvo. Auch Hyundai und Renault bieten inzwischen Fahrzeuge im Abonnement an. Hinzu kommen weitere Player wie der Autovermieter Sixt oder rein auf Auto-Abos spezialisierte Firmen. Dem „Handelsblatt“ gegenüber äußerte Vertriebs- und Marketingchef Zellmer, dass sich Volkswagen das Ziel vorgenommen habe, „bis zum Jahresende Marktführer in Deutschland zu werden“.

 

Pressemitteilung, 01.09.2021.

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