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Hessen Mobil auf neuen Wegen
 

FRAGEN UND ANTWORTEN Präsident Heiko Durth spricht in Kassel über seine Pläne

Zu Beginn des Jahres hatte Hessen Mobil die Zuständigkeit für die Autobahnen komplett an die neu gegründete Autobahn GmbH des Bundes mit Sitz in Berlin abgegeben. Gleichzeitig stellte sich Hessen Mobil intern komplett neu auf. In Kassel wurde die alte Niederlassung an der Unteren Königsstraße (Alte Hauptpost) aufgegeben und nun der neue Standort an der Leuschnerstraße (Magazinhof) bezogen. Nicht zuletzt hat Hessen Mobil mit dem gebürtigen Kasseler Heiko Durth jetzt einen neuen Präsidenten. Weht nun ein frischer Wind durch die Landesstraßenbaubehörde? Hier einige Fragen und Antworten.

 

Zunächst einmal: Wer ist Heiko Durth?

Heiko Durth ist seit dem 1. April neuer Präsident der Landesbehörde Hessen Mobil. Der 52-Jährige war zuvor Stellvertreter von Gerd Riegelhuth, der jetzt in den Ruhestand gegangen ist. Durth ist diplomierter Bauingenieur und seit 1994 für die Hessische Straßen- und Verkehrsverwaltung tätig. Immer wieder hat er Leitungspositionen wahrgenommen, so in den damaligen Ämtern für Straßen- und Verkehrswesen in Darmstadt, Gelnhausen und in Frankfurt. Seit 2012 leitete er die Abteilung Bau in der Zentrale in Wiesbaden.

 

Das klingt zunächst nach einer typischen Verwaltungskarriere. Was ist also neu?

Bislang hat noch kein Hessen Mobil-Präsident so klar geäußert, dass ihn auch Themen wie Verkehrswende und Nahmobilität interessieren. So hat Hessen Mobil in den vergangenen Monaten nicht nur eine neue Abteilung „Mobilität und Radverkehr“ aufgebaut, sondern gleichzeitig auch eine „Task Force Radwege“. „Das ist eine Gruppe von Planern, die sich ausschließlich um das Thema Radverkehr kümmert“, sagt Heiko Durth gegenüber der HNA. In Hessen habe es so etwas bislang noch nicht gegeben.

 

Aber Hessen Mobil bleibt damit doch immer noch eineStraßenbaubehörde?

Natürlich. Hessen Mobil wird sich als Hauptaufgabe weiterhin um die Planung, den Bau und den Erhalt von Bundes, Landes- und Kreisstraßen kümmern. 136 Millionen Euro stehen der Behörde dafür im Jahr 2021 zur Verfügung. Zum Vergleich: Für Radwege gibt es 2021 insgesamt 21 Millionen Euro.

 

Lässt sich auf diese Weise eine Verkehrswende finanzieren?

Tatsächlich sind die Mittel für die Entwicklung von Nahmobilität in Hessen von einst 111 Millionen Euro (2014 bis 2019) auf nun 244 Millionen Euro (2020 bis 2024) aufgestockt worden. Mit dem Geld soll, wie Durth sagt, „fortan ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt werden“. Soll heißen: Rad- und Fußgängerverkehr sowie ÖPNV werden im Zusammenspiel und in ihrer Vernetzung betrachtet, um optimale und moderne Verkehrslösungen zu erarbeiten.

 

Was heißt das zum Beispiel für die Radwege?

Weil Hessen Mobil zunächst einmal für die Bundes- und Landesstraßen zuständig ist, kann die Behörde auch nur Radwege entlang dieser Straßen planen und bauen. Bis 2024 will Hessen Mobil dafür 106 Millionen Euro ausgeben. Ein Kilometer Radweg kostet im günstigsten Fall 500 000 Euro.

 

Dann lassen sich mit dem Geld gerade mal 212 Kilometer Radweg binnen vier Jahre bauen. Also nur 53 Kilometer pro Jahr – und das in ganz Hessen. Wie funktioniert das?

Heiko Durth gibt zu, dass mit solch einer finanziellen Ausstattung „nicht gleich der ganz große Wurf erwartet werden kann“. Dennoch bewerte Hessen Mobil derzeit mehrere Hundert Radwege- Projekte in ganz Hessen. Ende des Jahres werde entschieden, welche Projekte umgesetzt werden. Auch der Landkreis Kassel könne davon profitieren. „Da geht es häufig auch um Lückenschlüsse, die keine langen Streckenbauten erfordern, aber dennoch das gesamte Streckennetz erheblich aufwerten“, sagt Durth.

 

Und was ist mit den Radwegenetzen innerhalb der Kommunen?

Auch hier bietet Hessen Mobil über die Nahmobilitätsrichtlinie Fördermöglichkeiten an. So werden auch in diesen Bereich bis zum Jahr 2023 rund 76,5 Millionen Euro fließen, der Bund legt noch einmal 43 Millionen Euro drauf. Unterstützt werden damit Nahmobilitätskonzepte, die Kommunen auf eigene Faust erarbeitet haben. „Je nach Projekt sind bis zu 80 Prozent förderfähig“, sagt Durth, „vor allem mit Blick auf Planung und Baurechtschaffung“.

 

Entwickelt sich Hessen Mobil also zu einer Behörde, die Nahmobilität wie auch die Verkehrswende entscheidend nach vorne bringen kann?

Hessen Mobil allein kann das nicht leisten. Alles, was die Behörde neu aufgebaut hat, ist letztlich Ausdruck des politischen Willens in Hessen mit dem grünen Verkehrsminister Tarek Al Wazir am Ruder. „Die Politik macht die Vorgaben, wir versuchen, den gesellschaftlichen Erwartungen gerecht zu werden“, sagt Durth. Es werde aber immer deutlicher, dass sich die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen änderten – vor allem in den Großstädten. „Viele junge Leute machen dort überhaupt keinen Führerschein mehr“, sagt Durth. Tatsächlich müsse Mobilität künftig viel breiter aufgestellt werden, zudem spiele die E-Mobilität eine immer größere Rolle „Ich bin überhaupt nicht unglücklich darüber, dass wir das jetzt alles angehen können.“ für die Radwege?

 

Pressemitteilung, 09.07.2021.

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