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Airbus plant Investitionen
 

Übernahme von ZF Luftfahrttechnik in Calden

Ein möglicher Verkauf der ZF Luftfahrttechnik GmbH in Calden stand schon lange im Raum. Nun ist es soweit – und das Unternehmen, das ZF übernehmen will, ist in Calden keineswegs unbekannt. Es handelt sich um Airbus Helicopters, dessen Standort am alten Flughafen nur wenige Minuten zu Fuß vom ZF-Betriebsgelände entfernt liegt.

 

Man sehe die noch für dieses Jahr geplante Übernahme, die am Dienstagabend verkündet wurde, als Ergänzung zum eigenen Geschäftsfeld, erklärte ein Sprecher von Airbus Helicopters gestern auf Anfrage. Dabei habe auch die räumliche Nähe der beiden Unternehmen eine Rolle gespielt. Man wolle in ZF Luftfahrttechnik als Teil von Airbus investieren. Details dazu könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht nennen, so der Sprecher. „Aber es gibt Planungen hierfür.“

 

Die ZF Luftfahrttechnik GmbH, die bislang zum Mutterkonzern ZF Friedrichshafen AG gehört, war bisher schon Zulieferer für Airbus, die Zusammenarbeit reicht weit zurück. Für den Luftfahrtlaien vereinfacht, erklärte der Airbus-Sprecher die unterschiedlichen Geschäftsfelder, die sich nun ergänzen sollen, so: Airbus Helicopters, in Calden mit rund 90 Mitarbeitern, deutschlandweit mit 5800, baut komplette Hubschrauber.

 

Die Motoren werden dafür von Drittanbietern geliefert – und ZF hat auch bisher schon die Getriebe beigesteuert und gewartet, die die Kraft der Triebwerke auf die Rotoren übertragen.

 

ZF Luftfahrttechnik sei Servicepartner für einen Großteil der Hubschrauberflotte der Bundeswehr und habe mehr als 10 000 Getriebe weltweit ausgeliefert, etwa für den Hubschrauber Tiger, teilte Airbus mit. „Mit ZF Luftfahrttechnik können wir unser Serviceangebot für unsere Kunden, einschließlich wichtiger Partner wie der Bundeswehr, verbessern“, sagte Bruno Even, CEO (geschäftsführendes Vorstandsmitglied) von Airbus Helicopters. „Mit Airbus als neuem Mutterunternehmen ergeben sich hervorragende Perspektiven“, erklärte Wilhelm Rehm, Vor standsmitglied der ZF Friedrichshafen AG. „Es ist uns ein Anliegen, dass der Standort bestmögliche Entwicklungsmöglichkeiten und die Mitarbeiter eine gute Zukunftsperspektive erhalten.“ Davon geht die IG Metall mit Blick auf die Übernahme aus: Gewerkschaftssekretär Andreas Köppe sprach gestern von einer Wunschheirat: „Das ist eine sehr gute Entscheidung für den Standort Calden und desen Weiterentwicklung. Bereits im April 2020 bestätigte der ZF-Mutterkonzern, die ZF Friedrichshafen AG, unserer Zeitung, dass man nach Interessenten für den Standort Calden suche. Der Prozess befinde sich in einem frühen Stadium und werde ergebnissoffen gestaltet.

 

Der ZF-Mutterkonzern gab an, dass man sich künftig auf den Bereich von Techniken für die Zukunft der Automobilbranche, etwa im Bereich E-Mobilität, konzentrieren wolle. Daher habe man den Verkauf des Tochterunternehmens in Calden aus dem Bereich Luftfahrttechnik eingeleitet. Gleichzeitig betonte man: Das Geschäftsfeld Luftfahrtantriebstechnik sei profitabel und in einer Wachstumsbranche tätig, das Know-how dafür stecke in den Köpfen der Mitarbeiter. 

 

Hintergrund 

 

Mitarbeiter sollen übernommen werden

 

Die 370 Caldener ZF-Mitarbeiter waren angesichts der Verkaufspläne für ihren Standort auf die Straße gegangen, mit Hilfe der IG Metall wurde ein Überleitungstarifvertrag ausgehandelt. Darin wird bei einem Verkauf eine Standortgarantie für Calden bis 31. Dezember 2025 gegeben. Zudem sind bis 30. Juni 2023 betriebsbedingte Kündigungen am Standort ausgeschlossen. Die Vereinbarungen gelten bei der geplanten Übernahme, erklärte ein Airbus-Sprecher.

 

Pressemitteilung: 10.06.2021.

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