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Ein Nummernschild für Drohnen
 

Kasseler Spezialist Dedrone an Entwicklung neuer EU-Standards beteiligt

Wenn ein Autofahrer gegen Verkehrsregeln verstößt, wird er nicht selten anhand des Nummernschilds seines Pkw identifiziert. Ähnlich funktioniert das künftig auch bei Drohnen, die schwerer als 250 Gramm sind – nur über Funk. An der Umsetzung einer entsprechenden Technologie, mit der die Identifizierung einer fliegenden Drohne aus der Ferne anhand von Funksignalen möglich ist, hat auch der Kasseler Drohnenabwehrspezialist Dedrone mitgewirkt.

 

Drohnen bergen Gefahren für den Luftraum und diejenigen, die ihn nutzen. Um die unbemannten Flugsysteme sicherer in den Flugraum zu integrieren, haben die Europäische Union und die USA neue Gesetze erlassen. Die neue EU-Drohnenverordnung etwa ist zum Jahreswechsel 2020/21 in Kraft getreten. Sie regelt europaweit den Betrieb von Drohnen neu und löst die hierzulande seit 2017 gültige deutsche Drohnenverordnung ab. Vollständige Anwendung findet sie ab dem 1. Januar 2023.

 

Ein Teil der neuen Regeln, die sich derzeit in Abstimmung befinden, umfasst die Registrierung der Drohnenpiloten in einer zentralen Datenbank, damit jeder von ihnen innerhalb der EU eindeutig identifiziert werden kann. Für diesen Zweck erhält der Pilot nach der Registrierung eine eindeutige persönliche Identifizierungsnummer.

 

Auch die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA (Federal Aviation Administration) hat ihre neuen Regeln zur Drohnennutzung veröffentlicht. Sobald sie in Kraft treten, müssen Drohnenbetreiber dafür sorgen, dass ihre Drohnen sowohl registriert als auch mit Fernidentifikation ausgestattet sind. Sie ist quasi das elektronische Nummernschild der Drohne.

 

Als Mitglied der ASD-STANArbeitsgruppe, die für die Formulierung des technischen Standards in der EU verantwortlich ist, war das Kasseler Unternehmen Dedrone maßgeblich an Entwicklungstests und der Demonstration der Remote-IDTechnologie beteiligt. „Das Dedrone-System kann schon heute die per Remote ID ausgesandten Informationen empfangen und mit den Daten der DroneTracker Software fusionieren. Informationen wie die Seriennummer der Drohne, die Registrierungsnummer des Piloten und andere Positions- und Betriebsdaten helfen dabei, illegale Flüge zu stoppen“, erläutert Aufsichtsratsvorsitzender Jörg Lamprecht.

 

Denn genehmigte Drohnen können im System als solche hinterlegt und schnell von feindlichen Drohnen unterschieden werden. Das ist insbesondere für Unternehmen und Organisationen interessant, die eigene Drohnen beispielsweise zu Inspektions- oder Überwachungszwecken einsetzen. Während autorisierte Drohnen ihren Flug problemlos fortsetzen können, wird beim Eindringen feindlicher oder unbekannter Drohnen umgehend Alarm ausgelöst. Sicherheitsteams werden in Echtzeit benachrichtigt, um sicherzustellen, dass ihr Unternehmen vor Gefahren wie Spionage, Schmuggel oder Terroranschlägen durch Drohnen geschützt wird.

 

Pressemitteilung, 10.02.2021.