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SMA trotzt der Corona-Pandemie
 

Solarkonzern steigert 2020 Umsatz und Gewinn – Optimismus für das laufende Jahr

 Der Niestetaler Solarspezialist SMA hat sich im Corona-Jahr 2020 von der Wirtschaftsflaute abgekoppelt und seine Bilanz-Versprechen gehalten: Das Plus bei Umsatz und Gewinn lag innerhalb der vorausgesagten Spanne. Dabei kam das Unternehmen, das weltweit 3264 Menschen beschäftigt, trotz der Pandemie ohne Staatshilfen und Produktionsunterbrechungen davon.

 

Auch für das laufende Jahr gab sich Vorstandssprecher Jürgen Reinert zuversichtlich: Die Prognosen, die er am Freitag auf dem online abgehaltenen Kapitalmarkttag vorstellte, liegen über den Werten von 2020. Sein Optimismus stützt sich dabei auf das erwartete Wachstum des Fotovoltaik-Marktes in Europa und Amerika sowie der steigenden Nachfrage nach Energiespeichern. SMA habe sich 2020 besser entwickelt als der Markt, sagte Finanzvorstand Ulrich Hadding – und das werde auch in diesem Jahr so sein.

 

Der Vorstand erwartet für 2021 einen Umsatz von 1,075 bis 1,175 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda), das Aufschluss darüber gibt, wie viel das eigentliche Geschäft abwirft, soll bei 75 bis 95 Millionen Euro liegen. Im vergangenen Jahr setzte die SMA Technology AG nach den vorläufigen Zahlen 1,03 Milliarden Euro um, zwölf Prozent mehr als vor Jahresfrist. Als Ebitda blieben voraussichtlich 72 Millionen Euro und damit mehr als doppelt so viel übrig wie im Vorjahr. Unterm Strich verdiente der Konzern 28 Millionen Euro nach einem Defizit von 8,6 Millionen Euro in 2019. Im Gewinn stecken auch Sondereinflüsse, unter anderem leistete ein Zulieferer eine Ausgleichszahlung für Qualitätsmängel seiner Produkte in der Vergangenheit. Hadding stellte für 2020 eine Dividende in Aussicht.

 

SMA verkaufte Wechselrichter mit einer Leistung von insgesamt 14,4 Gigawatt, das waren 26 Prozent mehr als 2019 und entspricht etwa der Leistung von zwölf Atomkraftwerksblöcken.

 

Der Preisdruck in der Solarbranche wird wohl bleiben, aber nach Einschätzung des Vorstands abflauen. Dabei profitiert das Unternehmen von der Energiewende: Die zunehmende Abkehr von fossilen Brennstoffen und die Ziele, den Kohlendioxid-Ausstoß zu verringern, treiben den Ausbau von Fotovoltaik- Anlagen und den Bedarf nach Stromspeichern in die Höhe. Hadding spricht vom „Megatrend Elektrifizierung“: Bis 2050 werde Strom fast 50 Prozent des Energiebedarfs decken. Auch Power-to-Gas-Anlagen arbeiten sich aus der technologischen Nische heraus. Mit ihnen wird überschüssiger Öko-Strom zur Gewinnung von Wasserstoff oder anderem speicherbarem Gas genutzt.

 

Das Herzstück von SMA ist die Produktion von Wechselrichtern, die den Gleichstrom aus der Solaranlage in netztauglichen Wechselstrom umwandeln. Doch um die angestammte Familie der „Sunny Boy“ genannten Produkte webt der Konzern ein immer dichteres Netzwerk aus weiteren Produkten wie Batteriespeichern, Dienstleistungen und digitalen Lösungen.

 

Neues Produkt der Niestetaler ist der EV-Charger, ein Ladegerät für E-Autos, das mit dem Sonnenstrom vom eigenen Hausdach gespeist wird. Mit der Markteinführung im September trafen die Niestaler den richtigen Zeitpunkt: Angeschoben von staatlichen Prämien sind die Zulassungszahlen für die Stromer im vergangenen Jahr kräftig gestiegen. Über die geplanten Stückzahlen für das E-Auto-Ladegerät machte SMA am Freitag jedoch keine Angaben.

 

Pressemitteilung, 06.02.2021.