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Wasserstoffanwendungen in der Praxis
 

MoWiN Innovation Lab am 08.10.2020

Das Thema „Wasserstoff“ nimmt Fahrt auf. Im Rahmen der Nationalen Wasserstoffstrategie des BMWi rückt die Brennstoffzelle immer mehr in den Fokus der nordhessischen Wirtschaft. Die Auswertung unserer MoWiN.net-Umfrage zum Thema „Wasserstoff in der nordhessischen Logistik“ hat ergeben, dass zum einen ein großes Interesse an dem Thema besteht, es zum anderen aber auch noch Hindernisse bei der Implementierung gibt (Mangel an verfügbaren Fahrzeugen, Investitionskosten etc.). In Nordhessen gibt es bereits einige Unternehmen, die auf diesem Gebiet Produkte anbieten und nutzen. Über 80% der Umfrage-Teilnehmer haben grundsätzliches Interesse an einer gemeinsamen Durchführung von Förderprojekten und der praktischen Austestung der Brennstoffzellentechnologie. Diese Ergebnisse haben uns angeregt, das Thema weiter voranzutreiben und die interessierten Akteure über unser MoWiN Innovation Lab zu vernetzen.

Das MoWiN Innovation Lab zum Thema „Wasserstoff“ bestand aus vier Teilen. Nach der Vorstellung der Umfrageergebnisse, wurde ein intensiver Austausch unter den Teilnehmern über bereits vorhandene und geplante Wasserstoffanwendungen von Stefan Rötzel angeleitet. Zusätzlich wurden die vom BMVi ausgeschriebenen Förderaufrufe präsentiert und im Anschluss interaktiv mit jedem Teilnehmer bearbeitet. Die Förderaufrufe laufen teilweise noch bis Mitte November zu folgenden Themen:

•    Förderung von Abfallsammelfahrzeugen und Kehrfahrzeugen mit Brennstoffzellenantrieb
•    Förderung von Brennstoffzellensystemen zur autarken Energieversorgung digitaler oder kritischer Infrastrukturen
•    Förderung von Flurförderzeug-Flotten mit Brennstoffzellenantrieb
•    Förderung von Elektrolyseanlagen zur Wasserstoffherstellung

Am relevantesten erschien den Teilnehmern die Umrüstung der Flurförderzeug-Flotten auf den Brennstoffzellenantrieb. Jedoch muss bei dem Antrag auch berücksichtigt werden, dass die Mindestanzahl 10 Fahrzeuge beträgt und somit eine entsprechende Betriebsgröße vorausgesetzt wird.

In der Reflexion waren sich die Teilnehmer einig, dass neben der Erhöhung des Fahrzeugangebots mit Brennstoffzellen gleichzeitig auch die Tankinfrastruktur sichergestellt werden müsse.  Kommt ein wasserstoffbetanktes Fahrzeug weiter als ein elektrisch betriebenes Fahrzeug? Batterie-LKW haben zu wenig Reichweite – vielleicht ist Wasserstoff besser? Um die vielen Fragen nach der Praxistauglichkeit von Wasserstoff-LKW`s beantworten zu können, wünschen sich die Teilnehmer die Möglichkeit ein Fahrzeug auszutesten. Darüber hinaus sind bereits kleine Wasserstoff-Betriebstankstellen, wie die von sera, am Markt verfügbar und könnten somit das vielzitierte „Henne-Ei-Problem“ betriebsintern lösen.

„Wasserstoff wird kommen“. Nach Ansicht der Teilnehmer besteht ein großer Konsens über die Zukunftsfähigkeit der Brennstoffzellentechnologie. Nordhessen, mit seiner zentralen Lage und dem großen Potenzial für erneuerbare Energien bietet optimale Rahmenbedingungen um neue Technologien innerhalb der Mobilität umzusetzen. Der erfolgreiche erste Austausch innerhalb des Clusters Mobilität zum Thema Wasserstoff soll in weiteren Veranstaltungen regelmäßig fortgesetzt werden und damit die Basis für gemeinsame Förderprojekte bilden.

 

Pressemitteilung, 09.10.2020.