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Rote Karte für Verbrenner
 

Stadt soll nur noch Fahrzeuge mit Elektroantrieb anschaffen

Die Stadt Kassel soll für ihren Fuhrpark nur noch Fahrzeuge anschaffen, die elektrisch fahren. Das ist die erste konkrete Empfehlung des neu installierten Klimaschutzrates. Und sie hat Symbolcharakter. Man wolle zeigen, dass es nicht nur Debatten über Klimaschutz gibt, sondern auch schnell konkrete Schritte möglich sind, sagt Michael von Bonin. Der Ingenieur beim Fraunhofer Institut ist Sprecher des Arbeitskreises Mobilität und Experte für Elektromobilität. In dem Arbeitskreis arbeiten unter anderem Vertreter des städtischen Straßenverkehrsamtes, der Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG), des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV) des Kasseler Radentscheides und andere Fachleute mit.

 

Was jetzt auf dem Tisch liegt, ist eine Entscheidungsvorlage für den Magistrat und die Kasseler Stadtverordnetenversammlung. Allzu schwer wird ihnen das nicht gemacht, denn es gibt eine Reihe von Ausnahmen. Zum Beispiel für städtische Eigenbetriebe wie die Stadtreiniger. „Es ist klar, dass es zum Beispiel bei Müllfahrzeugen schwierig wird, auf Elektrofahrzeuge umzustellen“, sagt Michael von Bonin. Auch bei den Fahrzeugen der Kasseler Berufsfeuerwehr wird es wohl noch länger Einsatzfahrzeuge mit Verbrennungsmotoren geben. Doch in allen anderen Bereichen soll die Stadt konsequent eine teilteilweise bereits eingeschlagene Linie verfolgen. Um wie viele Dienstfahrzeuge es sich dabei genau handelt? Diese Frage könne man aus dem Stand nicht beantworten, so ein Stadtsprecher. Die Anfrage bei den verschiedenen Ämtern und den Eigenbetrieben wolle er aber umgehend auf den Weg bringen.

 

Eine Größenordnung gibt es allerdings. Der städtische Pkw-Fuhrpark vom Dienstwagen für den Oberbürgermeister bis zum Fahrzeug für Baumkontrollen beim Umwelt- und Gartenamt umfasst um die 150 Autos. Insbesondere beim Gartenamt wurden in den vergangenen Jahren bereits verstärkt Elektrofahrzeuge angeschafft. Andere könnten bald noch konsequenter folgen.

 

Das gelte auch für die Busse der KVG und im Liniennetz des NVV. Nur wenn die Preisunterschiede bei der Neuanschaffung unverhältnismäßig hoch seien, soll es Ausnahmen  geben. Durch die öffentliche Förderung auch von Elektrobussen könnte diese Differenz geringer werden. Wichtig sei es, jetzt schon mal ein Zeichen in der Debatte zu setzen, sagt Gregor Anselmann vom Radentscheid. Er ist ebenso im Klimaschutzrat aktiv wie der Schüler Jonathan Faust von „Fridays for Future“. Der verweist auf die Beschlusslage der Kasseler Politik, dass die Stadt bis 2030 klimaneutral werden soll. Mit Benzin- und Dieselautos erreiche man dieses Ziel nicht.

 

Pressemitteilung, 30.06.2020.