Logo Regionalmanagement Nordhessen
Deutsch  Deutsch

Von der Rand- zur Radstadt
 

Architekten zeichnen Arbeiten Kasseler Studenten zum Thema „Fahrrad“ aus

Die Zukunft Bettenhausens ist grün. So stellt sich das jedenfalls Arne Buls vor. Der Kasseler Student am Fachbereich Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung (ASL) hat das Quartier als „Ra(n)dstadt“ neu entworfen. Das Projekt mit dem doppeldeutigen Titel wurde als eines von vier Arbeiten mit dem Studienpreis des Bundes Deutscher Architekten (BDA) ausgezeichnet, mit dem die Kasseler Sektion herausragende ASL-Arbeiten würdigt.

 

Diesmal war das Thema Fahrrad. Mit dem kommt man auf der Leipziger Straße derzeit nicht recht voran, wie Buls festgestellt hat: „Radwege hören einfach auf, und dann kommt einem auch noch die Tram in die Quere.“ Darum hat der 24-Jährige einen kreuzungsfreien Radschnellweg konzipiert. Sogar zwei Brücken sorgen dafür, dass man schnell in die Innenstadt oder Richtung Kaufungen kommt.

 

Zudem soll viel Grün den Stadtteil attraktiver machen. Bei den Besuchern der Ausstellung „Fahr Rad“ in der documenta-Halle, wo alle ausgezeichneten BDA-Arbeiten zwei Wochen zu sehen waren, kam Buls’ Radstadt „überwiegend positiv“ an, wie er sagt. Für manche sei es auch zu radikal gewesen. „Aber wenn der politische Wille da ist, könnte so etwas realisiert werden“, glaubt er.

 

Statt zwei ersten Preisen vergab die BDA-Jury in diesem Jahr vier gleichwertige Auszeichnungen (250 Euro) sowie einen Sonderpreis (100 Euro). Die Arbeiten:

 

Jasmin Schwerdtfeger, Patricia Erenstein, Alena Fischer, Jan Kaltenbach, Long Ye und Cara Noreen Frey: Mit dem Projekt „2˚+VeloQuality“ entwickelte das Sextett ein Instrument, mit dem sich die Radfahrqualität von Städten messen und vergleichen lässt.

 

David Sadowsky und Axel Lippmann: Warum müssen Radparkhäuser eigentlich immer gleich aussehen? Das fragten sich die beidenStudenten und entwarfen unter dem Titel „Flexible Matters“ einen Bau, in dem die Räder über ein Schwebeschienensystem in Parkposition gebracht werden. Ungefähr so hätte ein Radparkhaus im Kino-Hit „Matrix“ ausgesehen.

 

Jonathan Seger und Kendra Rebbe: Für ihr Projekt „Lebendiger Freiraum“ entwarf das Duo eine Radwegeverbindung, die einem Grünen Band ähnelt. Aus „einem tristen Straßenraum wird ein Freiraum mit hoher Qualität“, lobt die Jury.

 

Eike Rothauge, Manuel Keller und Sophie Kahnt: Ihr Bausatz „Puzzle deine Straße“ veranschaulicht, wie der knappe Straßenraum von Fußgängern, Radlern, Autos und Bussen genutzt werden kann. Dafür gab es den Sonderpreis als Anerkennung.

 

HNA, am 09.09.2019 von Matthias Lohr