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Die Region ist voller Ideen
 

Erste Kasseler Konferenz für Technologie, Entertainment und Design

Es war zwar kein Bühnenstück, das am Sonntag im Staatstheater dargeboten wurde. Dennoch lautet das Fazit: Premiere geglückt. Erstmals hat Kassel eine sogenannte TEDx (Technologie, Entertainment, Design)-Konferenz ausgerichtet – eine Innovations-Veranstaltung, die ihre Wurzeln in Kalifornien hat und die die beiden Kasseler Julian Corj und Hai Hoang unbedingt nach Nordhessen holen wollten. Der einst am Neujahrstag gefasste Vorsatz wurde Realität. Es gelang den beiden, die sich aus der studentischen Unternehmensberatung kennen, eine Lizenz für Kassel zu bekommen.

 

Was genau sich hinter TEDx verbirgt? „Ein Konferenzformat, das dadurch berühmt wurde, dass brillante Menschen so referieren, dass es ein Publikum fasziniert“, sagt Corj, der Wirtschaftswissenschaften studiert. Solche Visionäre galt es also für die erste Kasseler Auflage zu gewinnen. Mit Erfolg. Unter dem Motto „Tales of Tomorrow“ (Geschichten von Morgen) sprachen Visionäre aus der Region, aber auch aus aller Welt: beispielsweise Farid Rakun, Mitglied der Künstlergruppe Ruangrupa (Kuratoren der documenta 15), Carsten Waldeck aus Wabern, der Entwickler des fairen „Shiftphones“, und Sandra Claassen, die nachhaltige Safaris anbietet.

 

„Inspirierend und horizonterweiternd“, beschreibt Teilnehmerin Maria Haidari die Vorträge. Sie sei ein extrem großer Fan der TEX-Konferenzen, habe sich viele Videos im Internet angesehen und sich umso mehr gefreut, „dass das Format in meine Stadt gekommen ist“. Die 23- Jährige, die in Kassel Wirtschaftswissenschaften und Englisch studiert, hatte sich erfolgreich um eine Teilnahme beworben. Denn nur 100 Plätze wurden vergeben. Hinzu kamen am Sonntag geladene Gäste. Studenten, Künstler, Unternehmer – das Feld war bunt durchmischt. „Alles Menschen, die sich für die Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit in unserer Region begeistern“, erläutert Julian Corj. Zusammen mit Wirtschaftakteuren aus der Region wie Hübner, SMA, Sparkasse und anderen Unternehmen sollen Projekte weiter verfolgt werden. Auch eine Vorlesungsreihe an der Uni soll sich anschließen.

 

Ihr habe imponiert, dass es Unternehmer gibt, für die nicht der Profit im Vordergrund stehe, sondern der Wunsch, einen Mehrwert zu schaffen, berichtet Maria Haidari. Und dass sie nicht nur Zuhörerin war, sondern im Workshop ihre eigenen Ideen einbringen konnte. Sie ist überzeugt: „Wir können was bewegen.“

 

Darauf, dass Themen pragmatisch angegangen werden, setzt auch Teilnehmer Philip Gotzen, Werkstudent bei Wintershall Dea. Teilnehmende Firmen versprachen, Anregungen mitzunehmen. „Es soll ja nicht um Märchen gehen“, sagt der 26-Jährige. Er habe viel gelernt: etwa über Mobilität, erneuerbare Energien und darüber, wie man sich ein intelligentes Netzwerk aufbaut.

 

Überhaupt ist an diesem Sonntag ein großes Netzwerk entstanden zwischen Vortragenden, Teilnehmern und Organisatoren. Für Letztere gab es viel Lob. „Ohne unser Team wären wir nichts“, sagt Hai Hoang. Und angesichts dieser Offenheit und der Fülle an Teamplayern ist er überzeugt, dass es eine zweite Konferenz geben wird. „Hier in der Region passiert einiges.“

 

HNA, 03.09.2019 von Anja Berens