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Elektrobus soll nordhessische Berge bezwingen
 

NVV testet wieder umweltfreundliches Fahrzeug – Antrieb muss sich bewähren

Wer im Landkreis häufiger Bus fährt, dem könnte in dieser Woche ein ganz besonderes Exemplar begegnen. Denn der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) testet erneut Elektrobusse. Nach der Feuertaufe im Stadtgebiet im vergangenen Winter, soll sich das Modell der Firma Iveco jetzt im „topografisch anspruchsvollen Gelände“ Nordhessens beweisen.

 

„Wir wollen einen weiteren Beitrag zum Erreichen der lokalen und überregionalen Klima- und Umweltschutzziele leisten“, sagt NVV-Geschäftsführer Wolfgang Rausch. Für die Veränderungen in der Atmosphäre sei es schließlich egal, ob sie in Ballungsräumen oder hier in Nordhessen mit Schadstoffen belastet werde. Für die nächsten Ausschreibungen zwischen 2020 und 2030 plane der NVV, bestimmte Umweltstandards als verbindlich vorzusehen. Dazu gehöre auch die Antriebsart der eingesetzten Busse.

 

Momentan sind für den NVV 270 Linienbusse verschiedener Verkehrsunternehmen unterwegs, die bereits zu 95 Prozent die höchsten Euro VI/ EEV-Normen erfüllen. Konkret bedeutet dies, dass die Busse weniger Stickstoffoxide ausstoßen als ein herkömmlicher dieselbetriebener Pkw, sagt NVV-Pressesprecherin Sabine Herms. Um aber unabhängiger von fossilen Energieträgern zu werden und die Stickoxid-, Feinstaub- und Lärmemissionen zu reduzieren, seien zukünftig Alternativen wie Busse mit einem emissionsfreien Elektroantrieb erforderlich.

 

Allerdings haben die E-Busse nicht nur Vorteile wie höhere Energieeffizienz und geringeren Instandhaltungsaufwand. „Mit Kosten in Höhe von rund 750 000 Euro für einen Elektrobus ist dieser heute rund doppelt so teuer wie ein Standardbus“, erklärt Herms. Die derzeit vergleichsweise geringe Reichweite der Batterien erfordere in der Umlaufplanung der Linien außerdem den etwa doppelten Fahrzeugeinsatz. Bei dem Probelauf sollen vor allem Erfahrungen mit der Technologie im Linienbetrieb gesammelt werden.

 

HNA, 25.07.2019