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Gerüstet für die Zukunft
 

Betriebsratschef Bätzold: "Veränderung braucht Sicherheit" - Hohe Investitionen

In den kommenden fünf Jahren steht für das VW-Werk Kassel in Baunatal eine Investitionssumme von insgesamt 1,4 Milliarden Euro bereit. Beschlossen wurde dies bereits vor einigen Wochen im Aufsichtsrat in Wolfsburg. „Das sind gute Aussichten“, betonte der Betriebsratsvorsitzende Carsten Bätzold während der Betriebsversammlung. Durch diesen Beschluss sei der Standort für die Zukunft gut gerüstet, denn, so Bätzold, „Veränderung braucht Sicherheit“.

Ziel bleibe es, die Beschäftigung langfristig zu sichern und den Standort zukunftssicher zu machen. „Wir investieren gezielt in die Grundsubstanz des Standorts, in neue Produkte und Aufstockungen, Digitalisierung und nachhaltig in den Umweltschutz“, sagte der neue Werkleiter Olaf Korzinovski. Die schwankende Auftragslage durch die Umstellung von Diesel- auf Ottomotoren sowie Schließtage, wie etwa im Werk Emden, erfordere eine hohe Flexibilität der Mannschaft, ergänzte er.

Ulrike Jacob, stellvertretende Betriebsratsvorsitzende im Werk und Mitglied des Aufsichtsrates ergänzte, die Investitionssumme und die Weichenstellung seien von historischer Bedeutung. Wichtig sei „die Beschäftigten durch Qualifizierung und Beteiligung auf notwendige Veränderungsprozesse vorzubereiten und diese mit zu gestalten“. Das steht in den kommenden Wochen und Monaten an:

  • Das DQ381-Direktschaltgetriebe soll auf bis zu 5000 Einheiten täglich gesteigert werden.
  • Die Fertigung des Hybridgetriebes DQ400e wird aufgestockt. Der Aufbau der DL382e-DirektschaltgetriebeFertigung in Halle 1 läuft.
  • In der Gießerei wird die Gehäusefertigung für Getriebe gestärkt. In Halle 2 werden die Kapazitäten für warmumgeformte Blechteile ausgeweitet.
  • In der Abgasanlagen-Fertigung wird in neue Abgasreinigungskonzepte investiert.

Durch die hohe Auslastung komme es in vielen Bereichen des Werks zu Mehrarbeit. Dafür braucht es mehr Personal, so Bätzold. Um diese Bedarfe zu decken, wurde gemeinsam mit Management und Vorstand entschieden, einen Großteil (466) der auslaufenden Leiharbeitsverträge bis Ende Januar 2020 zu verlängern. Für alle anderen (216) gibt es eine separate Lösung. Darüber hinaus gebe es nach 36-monatiger Laufzeit ein Übernahmeangebot in die Stammbelegschaft.

Zusätzlich wurde vereinbart, rund 100 Kollegen aus dem Werk Emden in Kassel zu beschäftigen. „Wir tun alles dafür, dass sie gut in Nordhessen ankommen“, sagte Personalchef Stefan Kreher. In Emden wird der Passat gefertigt. Durch Volumenrückgänge war zu viel Personal an Bord. Für den Betriebsrat sei klar, dass zuletzt die Zusammenarbeit und Abstimmung strategischer Entscheidungen mit dem Werksmanagement ein Erfolgsgarant des Standortes war. Das soll auch künftig für die Zusammenarbeit von Betriebsrat und Werksmanagement gelten.

Große Bühne

Parallel zur VW-Betriebsversammlung gab es eine kleine Betriebsversammlung von 60 Reinigungskräften aus zwei externen Unternehmen die im Werk arbeiten. Die überwiegend in Teilzeit Beschäftigten nutzten die große VW-Bühne, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen – sie verhandeln mit ihren Arbeitgebern über ein Weihnachtsgeld.

HNA, 05.12.2018 von Martina Hummel