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Aus Fernost nach Baunatal
 

Olaf Korzinovski ist neuer Chef im VW-Werk – Jablonski geht nach Wolfsburg

Bei frischer Luft im Wald laufen, die Architektur und Theaterbesuche – darauf freut sich Olaf Korzinovski in Kassel und der Region. Das heißt, sofern der neue Leiter des VW-Werks in Baunatal Zeit dafür findet. Bisher habe der 51-jährige gebürtige Braunschweiger seit seinem Start vor vier Wochen „90 Prozent der Zeit in der Baunataler Fabrik verbracht“ und hatte nach eigener Aussage kaum Gelegenheit, sich seine neue Heimat genauer anzusehen.

 

Am 1. November hat Korzinovski den Chefposten am zweitgrößten deutschen VWStandort mit 17 100 Beschäftigten von Thorsten Jablonski übernommen. Jablonski (49) wechselt nach fast drei Jahren in Baunatal in die Zentrale nach Wolfsburg, wo er zukünftig als Chef das Geschäftsfeld „Getriebe und E-Antrieb“ unter Komponentenvorstand Thomas Schmall in Wolfsburg verantworten wird.

 

Korzinovski blickt auf eine lange Karriere bei VW zurück. Seit 1997 ist er im Unternehmen. Zuletzt war er vier Jahre als Technischer Geschäftsführer in den chinesischen Komponentenwerken für Doppelkupplungsgetriebe in Tianjin und Dalian tätig. Der neue Chef ist somit bestens vertraut mit dem Kerngeschäft in Baunatal.

 

„Das Werk in Baunatal ist ein Familienbetrieb.“

OLAF KORZINOVSKI, VW-WERKSLEITER

 

Seit seinem Einstieg als Planungs-Fachtrainee vor über 20 Jahren sei er von der Motorenin die Getriebewelt gewandert. Durch seine Ausbildung zum Maschinenbauer habe er eine Affinität zu Werkbänken und allem, was zur grundständigen Arbeit seiner Angestellten dazu gehört. Da verwundert es nicht, dass Korzinovski an seinem ersten Arbeitstag auch gleich selbst die Arbeitsschuhe geschnürt hat, um sein Team in den Hallen persönlich kennenzulernen. Sein erster Eindruck: „Wir haben in allen Ecken eine hohe Kompetenz.“ Was er in seinem ersten Monat ebenfalls festgestellt hat, ist ein kultureller Unterschied zu seiner letzten beruflichen Station in Fernost: „In China sind die Menschen nur zum Arbeiten ins Werk gekommen. Hier ist alles gewachsen, die Leute haben eine Beziehung zum Werk“, sagt Korzinovski. „Das Werk in Baunatal ist ein Familienbetrieb.“

 

Mit einer Sprachbarriere wie in China wird Korzinovski in Nordhessen nicht zu kämpfen haben. Doch kultureller Nachholbedarf besteht trotzdem noch: „Ich habe noch nie Ahle Wurscht gegessen.“ Um kulinarisch nachzulegen, bleibt Korzinovski genug Zeit. Mit seiner Familie möchte er schnell in Kassel häuslich werden. Zurzeit sind seine Frau und zwei seiner fünf Kinder noch in China. Bis dahin kann Korzinovski seine neue Heimat noch alleine erkunden. Bei winterlichen Läufen im nordhessischen Wald.

 

HNA, 30.11.2018 von Maik Dessauer