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Fahrradstraßen in Planung
 

Radverkehrskonzept der Stadt soll im Frühjahr vorgestellt werden

Radfahrer sollen auf weiteren Straßen in Kassel Vorrang vor dem Autoverkehr erhalten. Die Stadt prüfe derzeit, ob die Goethestraße im Vorderen Westen und die Simmershäuser Straße (Fasanenhof) als Fahrradstraßen ausgewiesen werden können, teilte Verkehrsdezernent Dirk Stochla (SPD) jetzt im Ausschuss für Stadtentwicklung, Mobilität und Verkehr mit.

 

Für die Schillerstraße zwischen Rothenditmold und dem Hauptbahnhof ist dies für 2019 bereits beschlossen. Auf Fahrradstraßen hat der Radverkehr Vorrang und gibt das Tempo vor, Autofahrer müssen sich anpassen und dürfen maximal 30 km/h fahren.

 

Im Verkehrsausschuss verwies Stochla auf allerlei Straßenbauprojekte im Stadtgebiet, bei denen Verbesserungen für Fahrradfahrer eingearbeitet worden seien. So sei 2017 etwa der Knotenpunkt Schönfelder Straße / Ludwig-Mond-Straße sicherer für Radler gemacht worden, die Fiedlerstraße in Nord-Holland zur Fahrradstraße gewidmet und auf der Kurfürstenstraße ein Gegenrichtungs-Radweg geschaffen worden.

 

Momentan würden bei den umfangreichen Bauarbeiten an der Druseltalstraße Radfahrspuren integriert. Für nächstes Jahr sei dies unter anderem bei der Erneuerung von Wolfsgraben / Höheweg in Wolfsanger und der Sanierung der Bürgermeister-Brunner-Straße vorgesehen.

 

Bei jedem Projekt dieser Art werde künftig „der Radverkehr gleichberechtigt integriert“, sagte Stochla – nicht nur bei großen Umbaumaßnahmen, sondern auch bei Fahrbahnund Brückensanierungen sowie in Anliegerstraßen. Eine Handreichung dafür soll das Radverkehrskonzept liefern, an dem die Stadt mit Unterstützung externer Planer seit zwei Jahren arbeitet. Im kommenden Frühjahr nun soll das Konzept nach Auskunft des Straßenverkehrs- und Tiefbauamts dem Stadtparlament zum Beschluss vorgelegt werden.

 

Amtsleiter Dr. Georg Förster erläuterte gegenüber der HNA: Das Rad-Konzept diene den Bau- und Verkehrsplanern dazu, „den Blick zu schärfen für das, was notwendig ist, um die Belange des Radverkehrs künftig deutlich stärker zu gewichten“. Analysiert würden darin 20 Kasseler Streckenabschnitte sowie fünf Verkehrsknotenpunkte, die bereits fit für Radler gemacht worden seien. Die Erkenntnisse daraus sollen laut Förster als Blaupause dienen, wie sich Zielkonflikte zwischen den Belangen von Fußgängern, Auto- und Radverkehr lösen lassen. Im eng bebauten Stadtgebiet sei die Fläche, die für alle diese Verkehrsarten zur Verfügung stehe, nun mal begrenzt.

 

Ein Hauptaugenmerk wird nach Einschätzung Försters künftig darauf liegen, wie sich bei innerstädtischen Fahrradverbindungen die „Führungskontinuität“ verbessern lässt – also wie man straßenbautechnisch erreichen kann, dass Fahrradfahrer in Kassel nicht alle hundert Meter zwischen Radspuren neben der Fahrbahn, separaten Fahrradwegen und für Zweiräder freigegebenen Gehsteigen wechseln müssen.

 

HNA, 01.11.2018 von Axel Schwarz