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Azubis machen VW digital
 

219 junge Frauen und Männer begannen gestern im VW-Werk Kassel in Baunatal eine Ausbildung

219 junge Frauen und Männer haben am Montag eine Ausbildung im VWWerk Kassel in Baunatal begonnen. Sie wurden aus 3000 Bewerbern ausgewählt. Nach Angaben von Akademie-Leiter Jens Dembowski sind 42 Mädchen dabei, das entspricht einer Quote von 22 Prozent. „Wir achten immer auf eine große Vielfalt“, betonte Dembowski, der selbst erst vor einem Monat seine neue Stelle als Chef des Ausbildungszweigens im Baunataler Werk angetreten hat. „Wir brauchen auch eine kulturelle Vielfalt“, sagte er.

 

Erstmalig kann die Akademie Plätze vergeben für interessierte Auszubildende, die im Anschluss an die Lehre in ein Studium starten wollen. Der Gang an die Uni wird dann von Volkswagen bezahlt. Laut Dembowski stehen für den aktuellen Jahrgang 19 Plätze im Programm „Agebi +“ zur Verfügung.

 

Werkleiter Thorsten Jablonski ging auf die Themen Digitalisierung und E-Mobilität ein. „Neben Drehen, Bohren, Fräsen ist die Digitalisierung ein großes Thema“, sagte er. Um künftig mehr Experten im Werk zu haben, die sich mit digitalen Abläufen auskennen, hat die Akademie extra einen neuen Ausbildungszweig geschaffen: Der sogenannte IT-System-Elektroniker soll eine Schnittstelle zwischen IT-Aufgaben und Arbeit eines Elektronikers bilden. „Wir müssen uns gewaltig anstrengen, um den Prozessen in der Fabrik standhalten zu können“, sagte Jablonski. Malte Schröder ist einer von zwölf Azubis, die sich für den neuen Berufszweig entschieden haben. Er habe an der Kasseler Max-Eyth-Schule Fachabi in IT gemacht, sagt der 19-Jährige aus Baunatal. „Außerdem interessiere ich mich für Autos. Beides braucht man hier im Betrieb.“

 

Kübranur Pala lernt in den nächsten drei Jahren den Beruf des Elektronikers für Automatisierungstechnik. Sie habe sich dafür entschieden, weil es ein Beruf für die Zukunft sei, sagt die 16-Jährige aus Kassel. „Es ist ein sicherer, guter Arbeitsplatz.“

 

Und wo sehen sich die beiden jungen Azubis in fünf Jahren? „Ich hoffe, dass ich dann fertig bin“, sagt Kübranur Pala. Sie wolle nicht studieren. Anders wird das möglicherweise bei Malte Schröder. Für ihn sei ein Studium im Anschluss an die Lehre durchaus denkbar, betont er. In den nächsten Jahren will der Autokonzern grundsätzlich größeren Werte auf Fachkräfte legen, die an ihre Ausbildung noch ein Studium dranhängen. Für den nächsten AzubiJahrgang soll es bereits 31 Plätze im Programm „Agebi +“ geben. 

 

HNA, 04.09.2018 von Sven Kühling