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Ziel: Alle Schienen unter Strom
 

Regiotram soll künftig ohne Dieselmotor auf der Strecke Kassel–Wolfhagen fahren

Das Land Hessen liegt bei der Elektrifizierung von Eisenbahnstrecken mit 67 Prozent weit vor dem Bundesschnitt von 60 Prozent. Trotzdem sollen auch in Hessen weitere Schienen unter Strom gesetzt werden – der Umwelt zuliebe. Denn auf elektrifizierten Strecken werden keine Dieselloks mehr gebraucht.

Eine vom NVV in Auftrag gegebene Studie bestätigt, dass die Elektrifizierung des bisher von den Diesel-Regiotrams befahrenen Streckenabschnitts von Obervellmar bis Wolfhagen grundsätzlich machbar und im gegebenen Zeitrahmen bis 2028/2029 umsetzbar ist. „Wenn wir das erreicht haben“, sagt NVV-Geschäftsführer Rausch, „sind alle 28 Regiotrams nur noch elektrisch unterwegs.“

Die Strecke unter Strom zu setzen, wird mindestens 40 Millionen Euro kosten. Weil wegen niedriger Brücken, unter denen die Züge durchfahren, mancherorts sogar das Gleisbett tiefergelegt werden muss, um Platz für den Fahrdraht zu schaffen, könnten sich die Kosten erhöhen. Mehrkosten gelten auch deshalb als wahrscheinlich, weil zumindest zeitweise unter Betrieb gebaut werden soll. So könnten auch bis zu 60 Millionen Euro Kosten zusammenkommen. Verkehrsminister Al-Wazir (Grüne) rechnet fest damit, dass dieses Geld als Zuschuss vom Bund kommt, der mehr für die Elektrifizierung von Eisenbahnstrecken tun will. „60 Prozent sind kein Ruhmesblatt“, sagt Al-Wazir.

Der NVV käme damit dem Ziel der Vollelektrifizierung seines nordhessischen Streckennetzes einen großen Schritt näher. Zukunftsmusik ist ein Innovationsprojekt der Kurhessenbahn, dass der NVV unterstützen will.

Es geht dabei um Fahrzeuge, die während der Fahrt unter dem elektrischen Draht Batterien an Bord aufladen und damit ein Stück nicht elektrifizierter Strecke ohne Dieselmotor, sondern allein mit Batterieantrieb bewältigen können.

Die Schienen zwischen Wolfhagen und Korbach wären so ein Streckenabschnitt. Dann könnte die Kurhessenbahn bis Korbach auch ohne Diesel fahren. „Das braucht aber noch Zeit“, sagt Joachim Kuhn, Sprecher der Geschäftsleitung der Kurhessenbahn. Das Projekt, das sich „Eco Train-Dual Mode“ nennt, befinde sich derzeit in der Entwicklungsphase.

Solche batteriebetriebenen Personenzüge wären für Strecken geeignet, die nicht oder nur mit zu hohem Aufwand elektrifiziert werden können. Auch die Eisenbahnstrecke Wabern–Bad Wildungen im Schwalm-Eder-Kreis hat der NVV dabei im Blick.

Pressemitteilung, 11.07.2018