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Mehr Sendungen, größere Räder
 

Post setzt im Stadtgebiet fast nur noch E-Bikes für die Postzustellung ein

Was nutzt ein Fußweg, auf dem keiner gehen kann? Neben Autos würden mittlerweile vor allem die großen Fahrräder der Deutschen Post die Gehwege blockieren, merkt ein Leser an und spricht von einer „schleichenden Entwertung“ der Gehwege. Dass in Kassel immer mehr Post-Fahrräder gesehen werden, hat einen Grund: Es gibt immer mehr warentragende Sendungen.

 

„Schon vor Corona gab es eine Zunahme“, sagt Hermann Wiederhold, Betriebsleiter der Deutschen Post in Kassel. Die Bestelllaune der Menschen während der Pandemie habe das noch verstärkt. All diese Sendungen zu ihren Empfängern zu bringen, können die Austräger mit Handwagen kaum leisten. „Es müsste ständig neu befüllt werden, was wiederum eine langsamere Zustellung bedeuten würde.“

 

Aus Umweltgründen und weil die Autos allein aufgrund der Paketmengen schnell voll würden, setze man für den Transport der kleinformatigen Warensendungen schon seit einigen Jahren auf Postfahrräder mit E-Antrieb. „Bis auf zehn Autos sind in der Stadt jetzt nur noch Fahrräder unterwegs“, sagt Wiederhold. Sie würden etwa auch von Mitarbeitern mit Handicap genutzt.

 

Diese nutze die Post schon seit fünf bis sechs Jahren. In dieser Zeit seien sie immer stärker geworden – und damit größer. Bis zu acht Behälter können die 2,80 Meter langen Räder transportieren. 80 Kilogramm Last kämen da schonmal zusammen. Steht so ein Gefährt auf dem Gehweg, kann es eng werden.

 

Den HNA-Leser ärgert das: „Wir Fußgänger sinddie Leidtragenden der momentanen Fahrradeuphorie.“ Zu viele Radler würden aus Angst, die Straße zu nutzen, illegal auf die Gehwege ausweichen.

 

Beschwerden seien nicht bekannt, sagt Wiederhold, der sich bei den Mitarbeitern erkundigt habe. Er sagt, das Hauptproblem seien die fehlenden Radwege. „Lässt man das Rad auf der Frankfurter Straße stehen, ist es ein Hindernis für Autofahrer.“

 

Schließlich sei die Postzustellung eine Universaldienstleistung, auf die jeder einen Anspruch habe. „Wenn die Kollegen den Stützpunkt verlassen, dann nutzen sie die Straßen, das ist mit dem EAntrieb gut machbar“, merkt Wiederhold an. Für das Einwerfen der Briefe sei es aber aktuell praktikabler, das Rad auf dem Gehweg abzustellen, weil die Hauseingänge so nah beieinanderliegen.

 

Und dürfen sie auch auf dem Gehweg fahren? Da gelten laut Ordnungsamt dieselben Regeln wie für alle anderen Radfahrer: Gehwege sind laut Straßenverkehrsordnung Fußgängern vorbehalten. „Ausnahmen gibt es nur für Kinder, die nicht älter als zehn Jahre sind“, so ein Sprecher der Stadt. In der STVO sei auch geregelt, dass der Verstoß ein Verwarngeld von 10 bis 20 Euro koste. Das gelte auch für Postzusteller.

 

„Manche Zusteller fahren auch auf den Gehwegen. Einige sind vielleicht auch mal flotter unterwegs“, sagt Wiederhold. Er habe bislang keine Beschwerden vernommen, würde ihnen aber natürlich nachgehen.

 

Post baute sich Lastenräder selbst

 

Insgesamt hat die Post in Kassel 70 E-Bikes, davon 50 als ETrikes, Dreiräder mit Elektroantrieb. Das E-Trike gibt es in zwei Varianten: Mit sechs Behältern (Firma Rytle) und mit acht Behältern (Firma VSC.Bike). UmGeld zu sparen, hat die Post anfangs, vor etwa zehn Jahren, selbst Fahrzeuge mit E-Antrieb entwickelt. „DenVWBus T5 umzubauen, hätte 45 000 Euro gekostet, unser eigener E-Scooter 25 000 Euro“, sagt Hermann Wiederhold. Ob in einem Zustellbezirk ein Fahrrad, Handwagen oder Auto eingesetzt wird, ist laut Post-Sprecher Thomas Kutsch abhängig von der Länge der Wege. Zweimal im Jahr würden die Flächen neu bemessen. In manchen Gebieten, wie etwa in Niederzwehren und Baunatal, sind zudem E-Scooter unterwegs.

Pressemitteilung: 23.08.2021.

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