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Start in einer Ausnahmesituation
 

Arnd Klein-Zirbes führt seit März die Geschäfte der IHK Kassel-Marburg

„Ich hätte nicht gedacht, dass ich die Neujahrsempfänge mal vermissen werde“, sagt Arnd Klein-Zirbes halb scherzend. „Die nehmen zwar viel Zeit in Anspruch. Aber gerade jetzt zu Beginn meiner Arbeit wäre es eine super Gelegenheit gewesen, mit Menschen ins Gespräch zu kommen und sie auch zu erleben.“ In virtuellen Meetings sei das einfach etwas anderes, sagt der 50- Jährige, der seit Anfang März der neue Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel- Marburg ist.

 

Der Nachfolger von Sybille von Obernitz, die dieses Amt fünf Jahre bekleidet hat, tritt die Stelle in einer Ausnahmesituation an. Corona hat die Welt seit gut einem Jahr fest im Griff. Die Wirtschaft ächzt unter der Pandemie, persönliche Kontakte sind auf ein Minimum reduziert.

 

Sich unter diesen Bedingungen ein Netzwerk aufzubauen sei nicht so leicht, als wenn man sich abends mal auf ein Bier zusammensetzen könne, sagt der promovierte Politikwissenschaftler beim coronakonformen Spaziergang durch die Karlsaue. Dort geht er gerne nach Feierabend spazieren, um sich zu bewegen. Nach Corona hofft er, wieder mehr Sport treiben zu können.

 

„Das persönliche Gespräch ist durch nichts zu ersetzen“, sagt Klein-Zirbes. Wie wichtig das Netzwerken in seinem Job ist, weiß der verheiratete Vater eines erwachsenen Sohnes nicht zuletzt aus seiner Zeit als Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer des Saarlandes und zuvor als Mitglied der Geschäftsführung der IHK Köln. Dort baute er unter anderem den Kommunikationsbereich auf. Ein Bereich, der ihm liegt. Klein-Zirbes ist offen, nahbar und kommunikativ.

 

„Ich muss gestehen, ich hatte Nordhessen und Marburg vorher nie so richtig auf dem Radar“, sagt der gebürtige Bonner. Das hat sich jetzt geändert. „Neben einer tollen IHK und einem tollen Ehrenamt haben wir hier eine sehr gesunde Wirtschaftsstruktur mit Unternehmen wie etwa Viessmann und B. Braun Melsungen, aber auch mit vielen inhabergeführten Betrieben.“

 

Die Region biete Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Lebensqualität. „Das ist eine tolle Mischung. Und das bei Preisen, bei denen jeder Münchner grün vor Neid wird.“ Und Klein-Zirbes sieht noch Luft nach oben: „Ich glaube, dass noch viel Dynamik in der Region steckt.“ Ihre Entwicklung in den vergangenen Jahren sei eine tolle Erfolgsgeschichte. Die könne man ruhiger stärker hervorheben. Die Nordhessen seien da eher zurückhaltend. „Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr“, meint er.

 

Politisch, effizient und nahbar – so stellt sich Klein-Zirbes eine moderne IHK vor. „Man muss die IHK Kassel- Marburg nicht neu erfinden, man muss sie kontinuierlich weiterentwickeln“, sagt der neue Hauptgeschäftsführer. Das Geschäftsmodell der Kammer trage. Dazu gehöre auch die politische Arbeit. „Die Rücknahme der Osterruhe beispielsweise geht nicht nur auf Verbandsarbeit, sondern auch auf Kammerarbeit zurück. Die politische Arbeit halte ich für eine ganz wichtige Säule der IHK, ebenso wie ihre Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit.“

 

Nicht nur zu Beginn seiner Tätigkeit stellt Klein-Zirbes die Corona-Pandemie vor besondere Herausforderungen. „Das Thema ist mit dem Impfen nicht vorbei“, sagt er. Die langfristigen Auswirkungen der Krise beschäftigen ihn. „Wie wird es künftig in den Innenstädten und den Geschäften aussehen? Wie schafft man wieder Wachstumsimpulse? Wie kann man wieder Liquidität herstellen?“ Das sind nur einige der Fragen, die Klein-Zirbes umtreiben. Ganz oben auf seiner Agenda stehen überdies die Themen Fachkräftesicherung und Digitalisierung. Auch der Ausbau der Infrastruktur in der Region sowie die interne Kommunikation sind ihm ein Anliegen.

 

„Da steht viel an“, sagt Klein-Zirbes mit Blick auf seine Amtszeit und schreitet in zügigen Schritten voran. „Aber wir packen den Stier bei den Hörnern.“

 

Pressemitteilung, 07.04.2021.