Logo Regionalmanagement Nordhessen
Deutsch  Deutsch

Sie sind die Jahrgangsbesten bei VW
 

Im Baunataler Werk beginnen jedes Jahr 200 Lehrlinge ihre Ausbildung

Während die IG Metall beim Poker um einen neuen Haustarifvertrag bei Volkswagen noch um die Zusage für jährlich bundesweit 1400 Ausbildungsplätze kämpft, bleibt es im VWWerk Kassel in Baunatal zumindest in diesem Jahr bei der gewohnten Größe von 200 neuen Lehrlingen. Das sagte Personalchef Stefan Kreher am Rand der digitalen Abschlussfeier für 95 Auslerner am Standort.

 

„Es bleibt bei der gleichen Berufspalette“, so Kreher weiter. „Da haben wir nichts verändert.“ In Zukunft besonders gefragt seien am Standort Kassel, der im Konzern Leitwerk für E-Mobilität ist, Interessenten für IT- und Elektroberufe. Mit einer entsprechenden Ausbildung in der Tasche hätten die jungen Leute gute Chancen, in der Fertigung der Zukunftsprodukte eingesetzt zu werden. Wobei die klassischen Berufe wie etwa Gießereimechaniker und Industriemechaniker genauso gebraucht werden.

 

Gesucht werden insbesondere junge Frauen, die sich für eine Ausbildung beim größten Arbeitgeber der Region interessieren. Laut Werkleiter Jörg Fenstermann lag der Anteil an weiblichen Azubis im aktuellen Abschlussjahrgang bereits bei einem Drittel. Die Quote sei damit höher als in vielen anderen Bereichen bei VW. „Da sind wir auf dem richtigen Weg“, so der neue Chef am Standort. Fenstermann berichtete von seiner bisherigen Aufgabe im VW-Werk Tianjin in China. Da bewege sich der Frauenanteil bei 40 Prozent.

 

Eine von den besonders Talentierten im Baunataler Werk ist Kübra Döner. Die 22- Jährige aus Kassel hat ihre Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik mit der Note eins und einem Gesamtergebnis in Theorie und Praxis von 93 Prozent abgeschlossen. Sie wurde gemeinsam mit Mahmut Öztürk (25, Kassel) als Jahrgangsbeste ausgezeichnet. Öztürk erzielte bei der Ausbildung zum Werkzeugmechaniker sogar 96 Prozent.

 

Kübra Döner will noch weiter kommen in ihrem Beruf. „Ich studiere jetzt Wirtschaftswissenschaften“, sagt sie selbstbewusst. Sie hoffe, von VW ein Stipendium dafür zu bekommen. Letztendlich gehe es ihr darum, ihre Kompetenzen an das Unternehmen weiterzugeben und für sich selbst eine gute Perspektive zu erreichen. Für Mahmut Öztürk ist ein Studium nicht unbedingt Pflicht. Eine Ausbildung sei genauso wertvoll, sagt er. „Es muss der Wille da sein, etwas zu bewegen.“ Laut VW-Akademieleiter Jens Dembowski hat sich der 25-Jährige besonders um einen respektvollen Umgang zwischen Azubis und Ausbildern eingesetzt. Beispielsweise habe er das Duzen mit den Ausbildern kultiviert, was immer mit großen Respekt geschehen sei.

 

Betriebsratschef Carsten Bätzold bescheinigte Volkswagen, eine der besten Ausbildungen in ganz Deutschland anzubieten. Dennoch untermauerte Bätzold die Forderung der Arbeitnehmer in den laufenden Tarifverhandlungen. „Wir wollen die 1400 Ausbildungsplätze festgeschrieben haben.“ Ulrich Neustock von der Max-Eyth-Schule in Kassel brachte die besondere Leistung dieses Ausbildungsjahrganges mit Abschluss unter Coronabedingungen auf den Punkt: „Respekt – das muss man erst mal hinkriegen.“

 

Pressemitteilung, 06.03.2021.