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Die Stromnetzwerker
 

Viessmann schließt Partnerschaft mit Energieanbieter Entega

Viessmann baut sein Netzwerk im Strombereich aus. Der Heiztechnik- und Kühlsystemehersteller hat die Mehrheit an seiner Tochter Energy Market Solutions an den Darmstädter Ökostromanbieter Entega abgegeben, wie die beiden Unternehmen mitteilten. Energy Market Solutions mit zwei Dutzend Mitarbeitern und Sitz in Berlin ist auf Strombeschaffung und -handel spezialisiert.

 

Ein Herzstück ist Viessmanns ViShare Community: Über die Plattform können Privatkunden Wärme- und Haushaltsenergie aus erneuerbaren Quellen voneinander beziehen. Wo das Angebot nicht reicht, kümmert sich die Viessmann-Tochter um die Beschaffung. ViShare wird nach Angaben von Viessmann von einer fünfstelligen Anzahl von Kunden genutzt. Sie müssen dafür keine Viessmann-Produkte kaufen. Für die Flatrate, die auch die Stromeinspeisung erlaubt, muss allerdings ein Teil des Energiesystems, etwa die Brennstoffzelle oder eine Batterie, von Viessmann stammen.

 

Das Management, das hinter dem Energieaustausch steht, wandert nun zu Entega. Für die ViShare-Kunden ändere sich nichts, erklärten die Unternehmen. Es stehe ihnen frei, ob sie künftig ihren Strom von Entega bezögen, sagte ein Sprecher. Zugleich übernehmen die Darmstädter von Viessmann komplett die Aktivitäten der Münchner Energy Project Solutions, die auf das Projektgeschäft für Solaranlagen und Batteriespeicher spezialisiert ist. Die Kartellbehörden müssen noch zustimmen. Über den Kaufpreis äußerten sich die Unternehmen nicht. Die Viessmann-Töchter sind unter dem Dach der Digital Energy Solutions angesiedelt, einem Gemeinschaftsunternehmen, das die Nordhessen einst mit dem Autobauer BMW aus der Taufe gehoben und später komplett übernommen hatten.

 

Für Entega sind vor allem die Dienste rund um Energiebezug und -speicherung interessant, die Viessmann anbietet – etwa die Abrechnung der EEG-Umlage für Haushalte, die mit ihrer Fotovoltaik- Anlage ihren eigenen Strom produzieren. Auch beim Geschäft mit Mieterstrom und Kommunen könnten ihnen die Nordhessen den Weg bahnen – sie bieten auch Blockheizkraftwerke an und statten sogenannte Bionenergiedörfer mit Anlagen für die Wärmeerzeugung aus.

 

Die Zusammenarbeit mit Entega ist nicht Viessmanns einzige Kooperation im Strombereich: Erst vor wenigen Wochen kündigte die Gruppe, die 2019 insgesamt 2,65 Milliarden Euro umsetzte und weltweit 12 300 Mitarbeiter beschäftigt, ein gemeinsames Pilotprojekt mit dem Stromnetzbetreiber Tennet an. Private Wärmepumpen aus dem Haus der Allendorfer sollen als Speicher genutzt werden, wenn Ökostrom, etwa aus Windkraftanlagen, im Übermaß zur Verfügung seht. Viessmann will die Pumpen als virtuelles Kraftwerk steuern. Voraussetzung ist wiederum ein Stromliefervertrag mit der Viessmann-Tochter Digital Energy Solutions.

 

Der Markt für die – mit Strom betriebenen – Wärmepumpen für Heizung und Warmwasser wachse stetig sagte ein Viessmann-Sprecher. Doch das Unternehmen setzt nicht allein auf Ökostrom als Quelle für ein warmes Heim: Für ein vom Bundeswirtschaftsministerium gefördertes Pilotprojekt in Kaiseresch (Rheinland-Pfalz) steuert das Unternehmen Brennwertgeräte und Brennstoffzellen- Heizsysteme bei, die mit Wasserstoff betrieben werden können.

 

Pressemitteilung, 02.02.2021.