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A44-Bau im Osten geht voran
 

Wehretalbrücke bis 2022 fertig – Weitere Abschnitte bis zur A4 folgen

Nicht nur bei Helsa wird die A 44 mit dem Tunnel Hirschhagen derzeit von Kassel in Richtung Eisenach neu gebaut. Große Baufortschritte gibt es längst auch im östlichen Teil der A 44 von Waldkappel bis zur A 4 bei Wommen. Hier ein Überblick:

 

Waldkappel bis Ringgau

 

Am weitesten vorangeschritten ist der erste von vier Bauabschnitten östlich von Waldkappel, der 7,9 Kilometer lange Abschnitt Waldkappel- Ringgau. „Im Herbst 2022 soll das Teilstück fertig sein“, sagt Projektleiter Stefan Franz von der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungsund -bau GmbH (Deges). Tatsächlich ist die Trasse ab Waldkappel fast bis zum Tunnel Trimberg bereits in beiden Richtungen fertig asphaltiert. „Es fehlen nur noch die Beschilderung, die Schutzeinrichtungen sowie die Fahrbahnmarkierungen“, berichtet Franz.

 

Der Tunnel Trimberg gleich im Anschluss mit seinen 585 Metern Länge steht ebenfalls kurz vor seiner Vollendung. Aktuell wird er technisch ausgestattet. Im Jahr 2018 war mit dem Tunnelvortrieb begonnen worden. Vor allem der Tunnelbau von Osten her war mit großem Aufwand verbunden. Auf gut 150 Metern musste zunächst der Berg abgetragen werden, weil dieser sonst im Tunnelvortrieb eingesackt wäre. Erst nach Abtragen des Berges konnten die Tunnelröhren frei in die Landschaft gebaut und anschließend wieder mit einer über den Röhren bis zu 18 Meter mächtigen Erdschicht eingeschüttet werden.

 

Direkt am Ostportal des Tunnels liegt die Anschlussstelle Eschwege. Sie ist so gebaut, dass aus Richtung Eschwege kommender Verkehr, der weiter nach Süden möchte, automatisch auf die A44 geleitet wird – bis zum Anschluss Sontra-West. „Ziel ist es, die B 27 und damit die Orte Oetmannshausen, Hoheneiche und Wichmannshausen zu entlasten“, sagt Franz.

 

Fertig ist ebenfalls schon die sich an die Anschlussstelle Eschwege anschließende, rund 669 Meter lange Wehretalbrücke. In einem lang gezogenen Bogen überspannt sie das Wehretal südlich von Reichensachsen. Ihre Konstruktion wirkt grazil, der schlanke Überbau ruht auf insgesamt 28 schlanken Pfeilern. „Tatsächlich fällt sie in der Landschaft kaum auf“, sagt Franz. Die Brücke ist – wie auch die Tunnel – auf Tempo 80 ausgelegt. „Kann gut sein, dass die Verkehrsbehörde später dort auch Tempo 100 zulässt“, sagt Franz.

 

Nur wenige Hundert Meter hinter der Wehretalbrücke folgt der Tunnel Spitzenberg mit einer Länge von 599 Metern. Der Durchstich gelang im Januar 2020. Inzwischen ist in der Weströhre die Beton- Innenschale komplett fertig gebaut, in der Oströhre wird die Innenschale aktuell hergestellt. Der Trassenbau vom Tunnel Spitzenberg einschließlich der Netra-Talbrücke bis zur Anschlussstelle Ringgau ist in vollem Gange, teilweise wurde auch schon asphaltiert. Die Strecke dort ist bisweilen stark in die Hänge eingeschnitten, „was sehr aufwendige Sicherungsarbeiten zur Stabilisierung der Hanglagen erforderlich machte“, sagt Franz. Die Anschlussstelle Ringgau sei ebenfalls schon so gut wie fertig.

 

Ringgau bis Wommen

 

Alle drei weiteren Bauabschnitte Richtung Osten von Ringgau bis zur A 4 bei Wommen sind dagegen noch nicht so weit – obwohl bereits auch dort schon seit etwa drei Jahren gebaut wird. „Wir realisieren zunächst alle Großbrücken zu Transportzwecken, und dann den eigentlichen Trassenbau mit den Tunneln“, erklärt Franz.

 

Insgesamt müssten – allein zwischen Ringgau und Wommen – sechs Talbrücken und fünf Tunnel gebaut werden. Während die Talbrücken schon sehr weit fortgeschritten sind, wurde bei den Tunneln bislang nur der 1698 Meter lange Tunnel Boyneburg im Abschnitt Ringgau-Sontra- West in Angriff genommen. „Doch haben wir dort jetzt im Sommer 2020 den Durchstich geschafft“, sagt Franz. Aktuell würden in den Tunnelröhren die Betoninnenschalen hergestellt.

 

Die beiden Abschnitte Ringgau bis Sontra-West und Sontra-West bis zur Talbrücke Riedmühle, die insgesamt 11,6 Kilometer lang sind, sollen im Jahr 2025 gemeinsam für den Verkehr freigegeben werden. Bis dahin wird weiter die B 400 von Wichmannshausen über Ulfen die West-Ost-Verbindung zur A 4 herstellen.

 

Das letzte A 44-Teilstück von der Talbrücke Riedmühle bis zur A 4 bei Wommen auf 9,1 Kilometern soll dagegen schon ein Jahr früher, also etwa Ende 2024, in Betrieb gehen.

 

Pressemitteilung, 04.01.2021.