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Tempo 30 in der City
 

Radentscheid stellt zehn Forderungen für Verkehrswende auf

Die Initiative Radentscheid hat zehn Forderungen aufgestellt, um die Verkehrswende in Kassel in den nächsten drei Jahren voranzutreiben. Die Punkte gehen deutlich über den 86 Maßnahmen umfassenden Katalog der Stadt hinaus, der im Juni vorgestellt worden war. Sie sind auch ambitionierter als die Forderungen, für die die Aktivisten fast 22 000 Unterschriften gesammelt hatten.

 

Der Radentscheid schlägt unter anderem vor, dass auf dem Innenstadtring Tempo 30 eingeführt wird. Zudem sollen jährlich mindestens 500 Parkplätze für Autos wegfallen, um mehr Platz für Radfahrer und Fußgänger zu schaffen.

 

In einer Mitteilung an die Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung heißt es, dass die Beschleunigung des Klimawandels ein zügigeresHandeln nötig mache. Bislang habe es nur „marginale Veränderungen“ gegeben. Von den Parteien fordert der Radentscheid vor der Kommunalwahl im März „deutliche und verbindliche Aussagen“, wie der Radverkehr gefördert werden kann. Die zehn Punkte: 

 

1.Direkte Radverbindung zwischen dem Bahnhof Wilhelmshöhe und der Universität am Holländischen Platz über Goethestraße, Wilhelmshöher Allee, Königstor und Neue Fahrt. Umgestaltung des Holländischen Platz.

 

2.Auf Innenstadtring mit Fünffensterstraße, Stände- und Scheidemannplatz, Kurt-Schumacher-Straße sowie Steinweg Tempo 30 oder baulich geschützte Radwege.

 

3.Durchgehende Verbindungen aus allen Stadtteilen in die Innenstadt. Anbindung der Nachbargemeinden wie Baunatal durch Radschnellwege.

 

4.Lückenschlüsse an mindestens drei Hauptverkehrsstraßen wie Weserstraße, Kohlenstraße, Ihringshäuser Straße, Holländische Straße und Wolfhager Straße innerhalb von einem Jahr.

 

5.Schaffung einer ausreichenden Zahl von sicheren und möglichst überdachten Fahrradabstellanlagen. Umwidmung von jährlich mindestens 500 Autoparkplätzen. Fahrradparkhäuser an beiden Bahnhöfen.

 

6.Tempo-30-Zonen oder Fahrradzonen und Halteverbote im Umkreis von mindestens 200 Metern an allen Schulen.

 

7.Kampagne zur Förderung des Radverkehrs und der Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer.

 

8.Verbesserung der Ampelschaltungen für Radfahrer und Fußgänger. Grüner Pfeil für Radfahrer an geeigneten Knotenpunkten.

 

9.Mehr Sicherheit und Barrierefreiheit für Radfahrer und Fußgänger bei der Einrichtung von Baustellen.

 

10.Mindestens zwei Verkehrsversuche pro Jahr zur Neuaufteilung des Straßenraums. Verkehrsdezernent Dirk Stochla (SPD) und die Fraktionen wollen sich im Lauf der nächsten Woche zu den Forderungen des Radentscheids äußern.

 

Pressemitteilung, 10.10.20.