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Das Auto ist 47 Minuten schneller
 

MOBILITÄT Mit Bus, Tram und Pkw durch den Landkreis

Immer mehr Menschen versuchen, ihre Wege ohne das Auto zu bewältigen, und nutzen öffentliche Verkehrsmittel. Doch ist es möglich, mit Bus, Bahn und Tram genauso schnell zu sein wie mit dem Auto? Zwei HNA-Redakteurinnen haben den Test gemacht und sind an einem Montagmorgen im Berufsverkehr durch den Landkreis gefahren: von Söhrewald- Eiterhagen im Süden nach Bad Karlshafen im Norden – Michaela Pflug mit Bus und Tram, Lara Thiele mit dem Auto. 

 

8:02 Uhr: Die Landesstraße Richtung Lohfelden ist trotz Berufsverkehr frei und es fährt sich so entspannt, dass ich fast die Abfahrt Richtung Niederkaufungen verpasst hätte. Es geht ein Stück auf der B 7 weiter und dann auf die Autobahn 7 Richtung Norden. Die Fahrt führt an SMA vorbei bis zur Abfahrt .Hann. Münden-Lutterberg.


8:11 Uhr: An der Autobahnabfahrt kommt der Autohof sehr gelegen: Zeit für eine kurze Toilettenpause. Das kostet jedoch etwa zehn Minuten Zeit, deshalb geht es schnell auf der B 496 weiter R.ichtung Hann. Münden.

 

8:29 Uhr: Die Route mit dem Auto führt durch das schöne niedersächsische Städtchen – jetzt kann es doch nicht mehr weit sein bis Bad Karlshafen, oder? Ein Schild zeigt, dass der Schein trügt: Noch 41 Kilometer bis zum Ziel. Auf der B 80 Richtung Reinhardshagen direkt an der Ortsausfahrt von Hann. Münden befindet sich eine Baustelle mit Bedarfsampel, nur ein Fahrstreifen ist frei – das könnte Zeit kosten. Die Ampel springt allerdings s.chnell auf Grün.

 

8:45 Uhr: Die Fahrtstrecke führt ab Hann. Münden immer an der Weser sowie an der hessisch-niedersächsischen Grenze entlang – tolle Landschaft inklusive, der Blick schweift immer wieder ins Grüne und hinüber auf d.ie niedersächsische Seite.

 

9 Uhr: Von Wesertal-Gieselwerder sind es nur noch 14 Kilometer – der letzte Teil der S.trecke steht an. 9.13 Uhr: Ankunft in Bad Karlshafen mit dem Auto – der Bahnhof ist etwas versteckt gelegen, aber nachdem ich ein Mal falsch abgebogen bin, finde ich ihn doch. Er ist unscheinbar und menschenleer – das Gleis liegt hinter Wohnhäusern, davor befinden sich Parkplätze und die Haltestelle.

 

Bus und Bahn

 

Vor der Fahrt: Wasserflasche, Buch und Mundschutz sind eingepackt. Die NVVApp ist aktualisiert, das Handy geladen und Kleingeld für das Ticket im Geldbeutel. Potenzielle Hürden: die drei Umstiege, einmal in nur zwei Minuten. Die geplante Reisezeit beträgt zwei Stunden .und 23 Minuten.

 

7:37 Uhr: Der Bus kommt pünktlich. Der einzige Fahrgast bin ich. Begleitet von Nebel über den Hügeln der Söhre beginnt die Reise. In Wattenbach ist es dann schon vorbei mit der Einsamkeit: Eine Frau steigt ein.

 

7:51 Uhr: Es wird voller. In Wellerode an der Kirche steigen mehrere Menschen zu, der rote Flitzer der Kollegin fährt vorbei. Ab Lohfelden ist fast jeder zweite Platz besetzt. Spätestens als wir mit Karacho über eine Bodenwelle auf der Langen Straße fahren, sind auch alle wach. Es herrscht Maskendisziplin, n.ur eine Nase ist zu sehen.

 

8:27 Uhr: Der Bus hält am Kasseler Scheidemannplatz, jedoch nicht direkt an der Tram-Haltestelle. Dank elf Minuten Umsteigezeit ist trotzdem ein Abstecher in die Bankfiliale möglich. Die Fahrt in der Tram bietet Zeit zum Lesen oder für einen Blick in die wieder ländlicher w.erdende Landschaft.


9:18 Uhr: Rennen ist angesagt. Dank Verspätung bleiben nur vier Minuten zum Umsteigen am Hofgeismarer Bahnhof. Nur wo? Denn wer dem Bussymbol auf den blauen Schildern folgt, landet vor dem Bahnhof. Dort ist auch der Bus 140 angeschlagen, allerdings nur in Richtung Warburg. Dank hilfreicher Hofgeismarer eile ich zum Aufzug, um hoch zur Brücke „An der Besse“ zu fahren. Das Glück ist mir hold: Auch der B.us ist ein wenig verspätet.

 

9:37 Uhr: Der Bus hat etwas Verspätung. Laut Auskunft bleibt noch eine Minute zum Umstieg in Trendelburg, doch die Sorgen sind unnötig: Der Fahrer der Linie 180 w.artet auf uns.

 

10 Uhr: „Wo wollen sie aussteigen?“, ruft der Busfahrer als wir in Bad Karlshafen ankommen. Eine kräftige Stimme brüllt „Therme“, mein zaghaftes „Bahnhof“ geht unter. Und so ertönt „Letzter Stopp“, als der Bus vor der Therme hält. Auf Nachfrage fährt der freundliche Busfahrer noch bis zum Bahnhof. Pünktlich um 10 Uhr erlöse ich die Kollegin vom Warten.

 

Fazit

 

Mit dem Auto lässt sich der Landkreis Kassel schneller durchqueren als mit öffentlichen Verkehrsmitteln: 47 Minuten sind es am Ende. Auf den ersten Blick ist es mit dem Auto günstiger. Für die 78 Kilometer sind es rund sechs Euro Spritkosten, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fallen 11,60 Euro für die Fahrkarte an. Beim Auto kommen aber Versicherung und Steuern hinzu sowie die Anschaffungs- und Reparaturkosten. Auch aus Gründen des Umweltschutzes ist es vorteilhafter, wenn mehrere Menschen ein Verkehrsmittel nutzen. Zudem hat man in Bus und Bahn Zeit, um beispielsweise ein Buch zu lesen oder einen Film zu streamen.

 

 

Pressemitteilung, 07.10.20.