Logo Regionalmanagement Nordhessen
Deutsch  Deutsch

Morton-Girl auf neuem Weg
 

K+S bei Verkauf des Salzgeschäfts in USA und Chile nah am Ziel

Der Kasseler Kali- und Düngemittelkonzern K+S könnte sein Salzgeschäft in Nord- und Südamerika für umgerechnet 2,7 Milliarden Euro loswerden. Der im MDax notierte Konzern bestätigte am Montag „sehr fortgeschrittene Verhandlungen“ mit der in Los Angeles ansässigen Holding Stone Canyon Industries über einen möglichen Verkauf der Operativen Einheit Americas. Der Kaufpreis von 3,2 Milliarden Dollar gebe den Unternehmenswert wieder. Zum Verkauf stehen der US-Salzproduzent Morton Salt und die Konzerntochter K+S Chile, die Salz im Tagebau gewinnt.

 

Die Verträge seien noch nicht unterschrieben. „Es gibt daher keine Sicherheit, dass eine finale Einigung erzielt und verkündet wird.“ Marktgerüchte hatten schon zuvor über Verhandlungen zwischen K+S und Stone Canyon Industries berichtet. 

 

Für beide Amerika-Töchter hatte K+S zusammen etwa 2,2 Milliarden Dollar bezahlt. Das kanadische Kaliwerk Bethune und das europäische Salzgeschäft sind vom Verkauf nicht betroffen. Der nordhessische Konzern will bis Ende 2021 mehr als zwei Milliarden Euro Schulden abtragen. Ende Juni 2020 beliefen sich die Nettofinanzverbindlichkeiten laut Geschäftsbericht auf 2,97 Milliarden Euro. Zudem rütteln die Coronakrise und sinkende Kalipreise das Unternehmen durch. Im ersten Halbjahr schreib K+S unterm Strich einen Verlust von 5,7 Millionen Euro. 

 

Die Holding Stone Canyon Industries kauft Unternehmen mit einigem Marktgewicht und konzentriert sich dabei auf die Bereiche Salz und Logistik. Im April hatte sie sich für rund zwei Milliarden Dollar den Salzproduzenten Kissner einverleibt, der in den USA einen Marktanteil von neun Prozent hat. Morton Salt mit dem Regenschirm- Mädchen als Markenzeichen kommt nach Branchenzahlen auf 27 Prozent.

 

Mit dem Verkauf des Amerika- Salzgeschäfts trennt sich K+S von mehr als einem Drittel seines Konzernumsatzes – 2019 waren das 1,53 Milliarden von insgesamt 4,07 Milliarden Euro. Die Konsequenz für die Beschäftigten: Die Verwaltung werde verkleinert, hatte K+S-Vorstandschef Burkhard Lohr im August angekündigt. Ein Freiwilligenprogramm soll Beschäftigte zum Abschied bewegen, K+S schließt aber Kündigungen nicht aus. Nähere Angaben zum Jobabbau gab es nicht. Das Verwaltungs- und Sachkostenbudget wird um 60 Millionen auf 140 Millionen Euro zusammengestrichen. Von den mehr als 14 000 K+SBeschäftigten arbeiten etwa 1000 in der Kasseler Zentrale.

 

Bei den Aktionären kam die Salz-Nachricht gut an: Die K+S-Aktie war mit einem Plus von 14,39 Prozent auf 6,98 Euro am Montag einer der Stars im MDax.

 

Pressemitteilung, 06.10.20.