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NVV kommt Kunden entgegen
 

Vor allem viele ältere Menschen kündigten zu Beginn der Corona-Pandemie ihr Seniorenticket

Was tun, wenn Bedenken aufkommen, den Bus oder die Bahn zu nehmen, wenn Sorgen wachsen, sich im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) mit Corona anzustecken? Gerade ältere Menschen und jene mit Vorerkrankungen müssen sich mit dieser Frage beschäftigen – vor allem, wenn sie ein Jahresticket besitzen und es in diesen Tagen aus Sicherheit nicht nutzen. Die gute Nachricht: Der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) und die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) kommen den Kunden entgegen.

 

Ein 73 Jahre alter HNA-Leser, der seinen Namen nicht nennen möchte, befand sich in genau so einer Situation. Dessen Seniorenticket für den Preis von 360 Euro galt ab Februar 2020 bis Ende Januar 2021. Viermal sei er lediglich mit dem ÖPNV gefahren. Dann kam Corona. Und im Verlauf der Pandemie sei bei ihm das Gefühl gewachsen, dass „die jungen Leute“ nicht besonders viel Rücksicht nehmen. Daraufhin beschloss er: „Ich tue mir das nicht an und fahre vorerst nicht mit Bus und Bahn.“

 

Anfang August kündigte der Leser sein Seniorenticket fristgerecht zum 31. Januar 2021. Zu seiner Überraschung löste der NVV das Abonnement bereits zum 31. Juli auf – und weil er im Voraus sein Ticket bezahlt hatte, bekam er die überschüssige Summe für die nicht genutzten Monate zurückerstattet. Kein Wunder, dass er nun sagt: „Ich kann mich nicht beschweren. Hätte ich früher gewusst, dass eine Sonderkündigung möglich ist, hätte mir das einige Aufregung erspart.“

 

Tatsächlich gab es beim NVV in der Anfangsphase der Pandemie eine sogenannte Corona-Kulanz. Die ermöglichte Kunden, ihr Abo auszusetzen, anstatt gleich zu kündigen. Aktuell gelte das Angebot nicht mehr, erklärt Sabine Herms, Sprecherin des NVV. „Am Anfang gab es mehr Nachfragen. Außerdem besteht jetzt im ÖPNV Maskenpflicht, und das komplette Angebot wird gefahren.“ Von daher sei das Interesse an einer Kündigung beziehungsweise an einer Abo- Pause zurückgegangen, sagt Herms. Das bestätigt auch KVG-Sprecherin Heidi Hamdad. Und sie ergänzt, dass zuletzt die Zahl der neuen Abos für Seniorentickets leicht zugelegt habe.

 

Im März kündigten 220 Kunden ihr Seniorenticket beim NVV. Danach hätten sich die Zahlen stabilisiert, berichtet Herms. Monatlich zählt der NVV zwischen 50 und 100 Kündigungen. „Das ist ein durchschnittlicher Wert bei einem Bestand von etwa 12 000 Seniorentickets.“

 

Grundsätzlich hätte sich die Situation im ÖPNV „normalisiert“, sagt Herms. Lediglich einzelne Fahrten, wenn zahlreiche Schüler die Busse und Bahnen stürmen, nimmt der NVV genauer unter die Lupe. Diejenigen, die flexibel sind, sollten außerhalb der Spitzenzeiten fahren, raten NVV und KVG. Positiv falle auf, dass sich die überwiegende Mehrheit an die Maskenpflicht halte. Im Hinblick auf die Kundenzahl ist Corona weiterhin zu spüren: „Wir liegen aktuell bei 80 Prozent der ursprünglichen Fahrgastzahl“, sagt Herms.

 

Pressemitteilung, 04.09.2020.