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Stiller Test auf Frankfurts Straßen
 

DB Regio Bus macht Probefahrten mit E-Bussen um Erfahrungen zu sammeln

Manche Fahrgäste blicken erst einmal verwundert, als an der Bushaltestelle im Frankfurter Stadtteil Griesheim außer dem gewohnten Bus der Linie 59 noch ein anderer anrollt – mit einem anderen Design, anderen Farben, innen „neu“ riechend. Und nicht nur das: Als er losfährt, ist er auffallend leise. Der Elektrobus eines deutschen Herstellers ist für eine Woche auf der Strecke von Griesheim nach Unterliederbach unterwegs und damit der zweite von mehreren geplanten Testeinsätzen der DB Regio Bus GmbH mit Elektrobussen. Probe fahren ist ausdrücklich erwünscht, versichert Marion Hebding, Geschäftsführerin von DB Regio Bus Mitte. 

 

Wie lange hält der Akku? 

 

Im Juli war bereits ein EBus eines französischen Herstellers im Probe-Einsatz. „Uns geht es vor allem darum zu sehen, ob die vom Hersteller vorgesehene Reichweite erreicht wird“, sagte Christopher Alting, Leiter Flottenmanagement bei DB Regio Bus. Mit verschiedenen Testmodellen sollen Erfahrungen gesammelt werden. Tests wie der in Frankfurt sind Alting zufolge ein weiterer Schritt in Richtung eines lokal emissionsfreien ÖPNV. „Sie sollen zeigen, wie leistungsfähig batterieelektronische Fahrzeuge bereits heute sind“, sagte Alting. Gleichzeitig soll der Praxistest bei Überlegungen für das Betriebshofmanagement mit E-Fahrzeugen unterstützen. Der Bus soll mindestens 200 Kilometer weit fahren können, ohne dass eine Zwischenladung der Batterie nötig wird. 

 

„Dieser Probeeinsatz ermöglicht natürlich nur eine Momentaufnahme“, räumt Alting ein, der sich schon wiederholt in China über die dortigen Erfahrungen mit EBussen in Millionenstädten informiert hat. Denn es gelte, auch Fragen für das Betriebsmanagement zu klären – wie lange ist die Lebenszeit einer Batterie, wie viele E-Busse können während der Nacht gleichzeitig aufgeladen werden? „Für Daten zu Instandhaltung, Verschleiß und der Belastung nach Jahren sind diese Testungen zu kurz.“

 

„Wir müssen einfach schauen, dass wir sowohl wirtschaftlich als auch nachhaltig sind“, betont Alting. Zumindest derzeit sind die Anschaffungskosten für einen Elektrobus zweieinhalb mal höher als für ein herkömmliches Fahrzeug. „Der Vorteil von Bussen im Vergleich zu Schienenfahrzeugen ist die flexible Einsatzmöglichkeit – diese Flexibilität wollen wir beibehalten“, ergänzt Daniel Busse, Fachreferent für den Bereich Alternative Antriebe, zu den Herausforderungen an emissionsfreie Fahrzeuge.

 

Ivan Klassni, der am Steuer des getesteten Busses sitzt, ist jedenfalls zufrieden mit dem Fahrverhalten. Die Bremse sei „schön weich“, die Optik stimme und der niedrige Geräuschpegel sei sehr angenehm, versichert er, während an der Endhaltestelle der Fahrer des regulären Busses schnell ein Selfie mit dem Testfahrzeug schließt. In der Tat: Als der Bus durch eine Straße mit dem poetischen Namen Engelsruh fährt, schnurrt der Motor so leise, dass von Störung der himmlischen Ruhe keine Rede sein kann.

 

Pressemitteilung, 31.08.2020.