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Auf dem Rad vernetzt
 

Start-up Sminno aus Kassel erhält Preisgeld für Digitalstrategie

Die aus der Uni Kassel vor sechs Jahren gegründete Firma Sminno geht nach einem Umsatzeinbruch durch den Corona-Lockdown wieder auf Kurs. Die Gründer Sohrab und Khesrau Noorzaie setzen auf die totale digitale Vernetzung von Fahrradund E-Scooter-Fahrern. Ziel ist ein persönlicher Mobilitätsassistent, der Radfahrer unterwegs als sprechender Helfer in allen Alltagsdingen begleitet, also nicht nur Fahrgeschwindigkeit oder den Weg anzeigt.

 

Für dieses Projekt hat die kleine Firma, die mit Werkstatt und Büro im Science- Park Kassel ansässig ist und vor einiger Zeit bereits zu einem „Hessen Champion“ gekürt wurde, in der Kategorie „Smarte Helfer“ den mit 2000 Euro dotierten dritten Preis im Landeswettbewerb „Hessen Smart gemacht - Miteinander lokal digital 2020“ errungen. Insgesamt hatten sich in dem Wettbewerb 96 Projekte beworben.

 

Die junge Firma hat ganz klein mit der Konstruktion einer Fahrradhalterung für das Smartphone und einer – nach eigenen Angaben weltweit ersten – Freisprecheinrichtung für Radfahrer angefangen. Baustein für Baustein habe Sminno dann seine digitalen Assistenten für alle, die auf zwei Rädern unterwegs sind, ausgebaut, berichtet Sohrab Noorzaie. „Wir wollen das Cockpit-Erlebnis des Autos auf das Fahrrad bringen“, sagt er. Inzwischen hat das Start-up Geschäftspartner im Fahrradhandel und unter namhaften Zweirad-Produzenten gefunden und Fühler in andere europäische Länder ausgestreckt. Im Herbst sollen die nächsten Module der digitalen Plattform, die als Smartphone-App konzipiert ist, an den Start gehen: Sminno plane einen „Voice Tour Guide“, also einen sprechenden digitalen Stadtführer, Buchungs- und Bezahlfunktionen und ein Bonussystem für Klimafreundlichkeit.

 

Momentan laufe die App testweise auf den Smartphones von 10 000 Nutzern, berichten die beiden Brüder. Man sei mit der Stadt Kassel im Rahmen des Projekts „Smart City“ über weitere Innovationen im Gespräch, beispielsweise Fahrradampeln, von denen vom Fahrrad- Cockpit aus „grün“ angefordert werden kann. Radler könnten als rollende Datensammler auch der Stadt dabei helfen, herauszufinden, was die beliebtesten Fahrradrouten in der Stadt sind.

 

Hessens Digitalministerin Kristina Sinemus (parteilos) lobte die Brüder für ihre Ideen. Sie rechne damit, dass durch die Coronakrise die Digitalisierung des Alltags beschleunigt werde. Auch das Geschäft von Sminno werde dadurch wohl Anschub erhalten. Momentan ist Sminno noch dabei Umsatzverluste des Lockdowns aufzuholen. Der Umsatz liege jährlich zwischen 100 000 und 150 000 Euro. Bis zur Profitabilität sei es noch eine Wegstrecke, räumen die Gründer ein. Die Ministerin verwies auf ihr neues Förderprogramm „Distral“ für Forschung und Innovation. Dafür seien die Mittel gerade auf 80 Millionen Euro verdoppelt worden.

 

Pressemitteilung, 11.08.2020.