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Mehr Buchungen im Fernverkehr
 

CORONAKRISE Bahn setzt nicht auf Hochleistungsfilter in Klimaanlagen

Während Deutschland über die wiederkehrende Infektionsgefahr durch Flugreisende diskutiert, fährt die Deutsche Bahn (DB) seit Monaten durch die Bundesrepublik. Dicht gedrängt auf engem Raum – das ist trotz Pandemie auch in einigen Zügen Realität.

 

Wie aber sorgt die DB dafür, dass Viren sich nicht in den Abteilen verbreiten? Und wie ausgelastet sind ihre Fernverkehrszüge, die viele Menschen über weite Strecken transportieren?

 

Klimaanlagen

 

Generell gehen Experten davon aus, dass im Falle moderner Klimaanlagen, die für Frischluftzufuhr sorgen, von einem geringen Übertragungsrisiko auszugehen ist. Um die Luft von Viren zu befreien, setzen Fluglinien zudem auf sogenannte Hepa-Filter. Dabei handelt es sich um mehrlagige Hochleistungsfilter, die auch in Krankenhäusern eingesetzt werden. Sie kommen bei der Bahn nicht zum Einsatz.

 

So geht die DB davon aus, dass die Übertragung von ansteckenden Flüssigkeitspartikeln über die Klimaanlage eines Zuges „aufgrund der sehr langen Lüftungswege, der Trocknung der Luft und der vorhandenen Filter – Klasse G4 – äußerst unwahrscheinlich“ ist. Bei der Klasse G4 handelt es sich um gröbere Filter als bei denen, die in Flugzeugen eingesetzt werden. Darüber hinaus, so ein Bahnsprecher gegenüber unserer Zeitung, werde die Luft in einem ICE etwa alle 7,5 Minuten ausgetauscht. Auch verfügten Züge über eine „Luftmengensteuerung, die die Frischluftzufuhr abhängig von der Besetzung der Züge regelt“.

 

Auslastung

 

Der Eindruck, dass auch Fernzüge wieder beliebter werden, deckt sich mit den Zahlen der Bahn. Dazu teilt der DB-Sprecher mit: „Die Buchungszahlen für die Fernverkehrszüge sind in den letzten Wochen wieder gestiegen.“ Demnach habe die Auslastung bei den Buchungen während der Phase des teilweisen Lockdowns in Deutschland bei 90 Prozent unter den Vorjahreszahlen gelegen. Mittlerweile liege man wieder bei rund 50 Prozent des Vorjahresniveaus.

 

„Buchungen werden auch wieder etwas stärker im Voraus getätigt, sprich die Menschen beginnen wieder, Reisen zu planen“, heißt es seitens der Bahn. Derzeit seien die ICE- und IC-Züge im Durchschnitt zwischen 20 und 30 Prozent ausgelastet. Detaillierte Statistiken, so der Bahnsprecher, gebe es bislang jedoch nicht.

 

Pressemitteilung, 30.07.2020.