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Persönlicher Kundenkontakt fehlt
 

Datenspezialist Eoda sieht in Krise Chance für Digitalisierung

Eine Chance in der Krise sieht auch Oliver Bracht vom Kasseler Start-Up Eoda. Die Spezialisten für DataScience (Datenwissenschaft) helfen ihren Kunden aus vorliegenden Daten wie beispielsweise Geo- und Sensordaten strategisch wichtige Informationen zu gewinnen und so effizienter zu werden. „Anhand von Sensordaten lässt sich etwa voraussagen, wann eine Maschine ausfällt“, erklärt Eoda-Mitbegründer Bracht. Ein Betrieb könne anhand dieser Informationen vorsorgen und teure Ausfallzeiten vermeiden. Eoda verwandelt also Daten in strategisches Wissen.


Bracht hofft, dass die Coronakrise die Wahrnehmung für die Bedeutung der Digitalisierung schärft. Denn die werde gerade jetzt sichtbar. „Die Schulen zum Beispiel sind derzeit nicht in der Lage, digitalen Unterricht anzubieten“, sagt der 44-Jährige. Und auch in Unternehmen hätte die Digitalisierung oftmals nicht den Stellenwert, den sie haben sollte. „Da heißt es oft: ,Das ist ein super Thema, Priorität haben aber gerade andere Dinge‘.“


Die Auswirkungen der Corona-Pandemie bekommt auch das 2010 gegründete und aktuell 50 Mitarbeiter zählende Unternehmen zu spüren. „Es werden Projekte geschoben. Einige Kunden haben gerade andere Probleme“, so Bracht. Eoda habe aufgrund seiner internationalen Verflechtungen die Krise im Grunde schon gespürt, bevor sie in Deutschland ankam. „Das war wie eine kleine Schockstarre“, beschreibt Bracht. Es sei aber schnell gehandelt und die Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt worden.


Der Vorteil des innovativen Unternehmens: Die Strukturen für die Arbeit von Zuhause waren längst gegeben. „Wir konnten ab dem ersten Tag auf Homeoffice umstellen.“ Jetzt läuft vieles über Videokonferenzen. Das sei manchmal sogar effizienter als ein persönliches Meeting. Andererseits fehle der persönliche Kontakt zum Kunden. „Gerade Start-Ups müssen darüber noch das Vertrauen der Kunden gewinnen. Etablierte Unternehmen können sich da schon eher auf das Vertrauen in ihre Marke stützen.“ Und obwohl Bracht mit Einbußen rechnet, ist er hoffnungsvoll, dass Eoda die Krise gut übersteht. Und damit der persönliche Kontakt der Mitarbeiter untereinander nicht verloren geht, spielt das Team nach Feierabend regelmäßig Kneipenquiz und Montagsmaler – rein virtuell, versteht sich.

 

HNA, 23.04.2020