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E-Auto günstiger als Benzin und Diesel
 

ADAC hat die Kosten pro gefahrenem Kilometer berechnet

Zum Beispiel der VW Golf: Ein Kilometer mit der E-Version kostet 43,6 Cent. Der vergleichbar ausgestattete Benziner kommt auf 49 Cent. Das Diesel-Pendant schneidet mit 51,1 Cent am teuersten ab. Das ist das Ergebnis der neuesten Kostenrechnung des Verkehrsclubs ADAC. Autofahren geht ins Geld, aber beim Rennen um möglichst geringe Kosten gibt es immerhin eine überraschende Wende.

 

Ging es jahrelang um die Frage, ob Benziner oder Diesel, kommen nun E-Autos oder Plug-In-Hybride stärker ins Spiel. Im Angebot sind immer mehr Modelle. Die Batterietechnik ist besser geworden. Mehr als 300 Kilometer Strecke sind bereits möglich, ohne Halt an einer Ladesäule. Der ADAC urteilt jetzt: Elektroautos schneiden „immer häufiger überraschend gut ab“. Voraussetzung: Man rechnet alle Kosten eines Autos zusammen.

 

Kaufpreise, Sprit oder Strom, Kfz-Steuer, Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung, Inspektionen, Reparaturen, weil etwa Auspuff oder Bremsen kaputt sind, neue Reifen, Ölwechsel, Wagenwäsche – das sind alles versteckte Geldfresser. Dazu kommt der Wertverlust, er macht einen riesigen Batzen aus, und zwar schon ab dem ersten Tag. Es lässt sich Bares sparen, achtet man darauf. Zumal: Die Deutschen lassen sich ihr Auto ohnehin schon viel kosten.

 

1980 lag der monatliche Nettolohn im Schnitt bei knapp 900 Euro, ein Neuwagen kostete im Schnitt 8420 Euro. 2018 sah das Verhältnis so aus: das Nettoentgelt kam auf 2000 Euro, der Listenpreis eines Neuwagens auf 33400 Euro. Das zeigt eine Studie des CAR-Instituts der Universität Duisburg-Essen. Der Preis für einen Neuwagen stieg damit deutlich schneller als die Löhne und Gehälter. Grund sei auch der Trend zum SUV, so Forschungsleiter Ferdinand Dudenhöffer. Die Stadtgeländewagen machen mittlerweile rund ein Drittel aller in Deutschland verkauften Neuwagen aus.

 

Wie teuer oder günstig fährt es sich dann wirklich? Der Verkehrsclub hat den Kaufpreis und sämtliche andere Aufwendungen für nahezu alle erhältlichen Elektroautos und Plug-In-Hybride zusammengerechnet. Sie alle traten gegen die Benziner oder Diesel mit vergleichbarer Motorleistung und ähnlicher Ausstattung an. Ergebnis: Viele Elektroautos bremsen die Verbrenner-Konkurrenz beim Gesamtkostencheck aus, das gilt nicht allein für den VW Golf.

 

Der BMW i3 ist mit 49,8 Cent pro Kilometer zum Beispiel 6 Cent günstiger als der Benziner 118i und sogar 7,6 Cent als der Diesel 118d. Die Berechnungsgrundlage des ADAC: Das Auto wird fünf Jahre gefahren und legt dabei 75000 Kilometer zurück. Das entspricht 15000 Kilometern pro Jahr.

 

Geringere Wartungskosten
Über die Jahre schlagen in der Gesamtbilanz dann vor allem die geringen Wartungsund Betriebskosten von Elektroautos zu Buche. Steuern sind vergünstigt, Strom ist billiger, Versicherungen haben womöglich einen Ökobonus. Und anfällige Bauteile wie einen Auspuff hat das Elektroauto nicht. Der Ölwechsel entfällt ebenfalls.

 

Am Ende ist das ähnlich wie beim Diesel, der mag in der Anschaffung vielleicht immer noch teurer sein als ein Benziner, ist aber in jedem Fall sparsamer. Beim Elektroauto gibt es derzeit zudem den Umweltbonus. Käufer reiner Stromer bekommen bis zu 6000 Euro vom Staat, bei Plug-In-Hybriden sind es bis zu 4500 Euro.

 

Anders ist die Rechnung allein bei Renault. Der Stromer Zoe R110 ist um 8,8 Cent pro gefahrenem Kilometer teurer als der Benziner Clio TCE. In diesem Fall hängt es auch am Kaufpreis, das Modell mit Batterie ist fast doppelt so teuer. Der Hyundai Ioniq Elektro ist indes günstiger als die vergleichbaren Modelle mit Verbrennungsmotoren. Doch die Nase vorn hat der Ioniq-Plug-In mit 45,6 Cent pro Kilometer.

 

So oder so teuer wird es bei Porsche: Für den Benziner Panamera 4S sind es 146,9 Cent pro Kilometer, da ist der Stromer Taycan 4S mit seinen 390 kW billiger, er landet aber auch noch bei 102,6 Cent.

 

Dagegen ist der Stromer von Jaguar, der i-Pace, 294 kW, mit seinen 97,5 Cent etwas günstiger. Doch zur Erinnerung: Der Kilometer im EGolf kostet weniger als die Hälfte.

 

HNA, 03.03.2020 von Hanna Gersmann