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VW-Azubis sind selbstbewusst
 

Autokonzern will Berufsstarter am Wandel zur E-Mobilität beteiligen

„Die Ausbildung bei einem großen Konzern ist für mich sehr attraktiv“, sagt Alexander Weirich. Der 19-Jährige aus Schauenburg-Elgershausen hat am Montag zusammen mit 218 anderen jungen Frauen und Männern eine Ausbildung im VW-Werk Kassel in Baunatal begonnen.

 

Selbstbewusst und freundlich tritt Weirich auf, der eine Lehre als IT-Systemelektroniker beginnt. Selbstbewusst sein – das kann er auch. Gerade der Ausbildungsgang des jungen Schauenburgers ist ein Renner im VW-Werk. Junge Menschen mit IT-Kenntnissen und mit Interesse an der Digitalisierung seien besonders gefragt, betont Akademieleiter Jens Dembowski im Gespräch mit der HNA. Die Ausbildungsplätze für den IT-Systemelektroniker seien binnen eines Jahres auf jetzt 24 verdoppelt worden.

 

Die Ausbildung im zweitgrößten deutschen VW-Werk ist gefragt. 1769 Interessenten haben sich laut Personalchef Dr. Stefan Kreher auf einen Platz beworben. „200 sitzen jetzt hier. Sie haben es geschafft, das Bewerbungsverfahren zu absolvieren.“ Rund 25 Prozent der Neustarter sind Frauen.

 

Büsra Maslak ist eine von ihnen. Die 16-Jährige aus Kassel beginnt die Ausbildung zur Zerspanungsmechanikerin. Besonderes Interesse habe sie an den computergesteurten Maschinen. „Das ist sehr spannend“, sagt sie. „Mathe ist mein Lieblingsfach. Und meine Ausbildung hat viel mit Mathe zu tun.“

 

So viel Technik – ist das nicht ungewöhnlich für eine 16-Jährige? „Nein“, sagt Büsra. Allerdings räumt sie ein, dass ihre Freundinnen eher Berufe wie Erzieherin und Lehrerin ergreifen wollen.

 

Die Autobranche verändere sich, sagt Werkleiter Olaf Korzinovski. „Ein Wandel zur Elektromobilität.“ Der Standort Kassel sei davon extrem betroffen. Den Berufsstartern ruft er deshalb zu, dass diese besonders gefordert seien, „den Standort nach vorne zu bringen“. Akademieleiter Jens Dembowski ermuntert Schulabgänger, sich bei VW in Baunatal zu bewerben. Dabei sei man ebenfalls offen für Hauptschüler, betont er. Auch für einige Flüchtlinge biete das Werk eine Chance. In Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit gebe es eine Einstiegsqualifizierung. Fünf ehemalige Flüchtlinge seien dabei. Ein Jahr, so Dembowski, werden die Teilnehmer auf den Einstieg ins Berufsleben vorbereitet. Alle drei Monate werden dabei die Leistungen überprüft.

 

Büsra Maslak hat indes an ihrem ersten Tag schon einen besonderen Wunsch für ihre Ausbildungszeit im Kopf. Ich würde gerne mal ins Ausland gehen“, sagt sie. „Egal wohin, Hauptsache mal was Anderes.“

 

HNA, 03.09.2019 von Sven Kühling