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Projekt fördert Selbstständigkeit
 

BDKS erhielt bei Einweihung viel Lob für neue Wohneinrichtung in Baunatal

„Hier habe ich meine eigene Kaffeemaschine und kann Kaffee kochen, wann immer ich will“, „Hier ist es wie im Urlaub“ und „Ich fühle mich sehr wohl. Das Haus ist einfach perfekt“ – Mit solch überschwänglichen Worten beschrieben Bewohner während der Einweihungsfeier der Baunataler Diakonie Kassel (BDKS) ihr neues Zuhause an der Lindenallee 8 am Baunsberg. Und mit ihrem Lob standen die geistig und mehrfach behinderten Menschen nicht allein. Allseits lobten die geladenen Gäste das Projekt, das nach zwei Jahren abgeschlossen ist und 24 Bewohnern in Einzelzimmern und Appartements eine neue Heimat bietet. Die Bewohner leben in zwei Wohngemeinschaften. Darüber hinaus gibt es im Erdgeschoss einen Raum für Begegnung und für tagesstrukturierende Angebote.

 

„Sie haben alles richtig gemacht“, sagte Anne Janz, Staatssekretärin im hessischen Sozialministerium. Das Land hatte sich mit 615 000 Euro an den Gesamtkosten von 3,75 Millionen Euro beteiligt. Die Entscheidung der BDKS, die Wohneinrichtung auf eigenem Grundstück mitten im Wohngebiet zu errichten, sei „ausgezeichnet“, aber längst nicht selbstverständlich. Die Baunataler Diakonie engagiere sich seit 55 Jahren vorbildlich für behinderte Menschen. Für die Diakonie Hessen, die sich mit 185 000 Euro am Projekt beteiligte, lobte Wilfried Knapp, die BDKS als zuverlässigen Partner. Besonders wenn es darum gehe Behinderten „ein gutes Leben in größtmöglicher Selbstständigkeit“ zu bieten.

Jutta Siebert vom Landeswohlfahrtsverband, der sich mit 600 000 Euro an den Kosten beteiligte, hob die gemeinsamen Anstrengungen der Stadt Baunatal und der BDKS heraus, gehandicapte Bürger in die Aktivitäten in der Stadt zu integrieren. „Die Begegnungen sind es, die Herzen und Türen öffnen.“ Rudolph verwies aber auch darauf, dass noch viele ältere Einrichtungen auf Umbau oder Sanierung warten.

 

Bürgermeisterin Silke Engler (SPD) sagte, die Stadt sei stolz darauf, dass behinderte Menschen in Baunatal wirklich mittendrin seien. Das Projekt passe gut ins Programm Soziale Stadt, mit dem das Baunsberg-Quartier aufgewertet werden soll. Die BDKS werde auch weiter unterstützt. Christian Strube vom Landkreis sprach von den Herausforderungen, denen sich die Region ab 2020 im Hinblick auf eine bessere Teilhabe stellen müsse. Unter anderem gehe es um neue Arten der Leistungsgewährung und Wohnformen.

 

Während die überwiegend aus einer nun zum Verkauf stehenden Wohneinrichtung in Guntershausen stammenden Bewohner sich schnell einlebten, ging es mit dem Bau holprig vonstatten. „Drei Gewerke wollten nicht so. Wir mussten Kündigungen aussprechen“, sagte Carsten Schander vom Büro BSH Architekten. Bezugsfertig war das Haus erst vier Monate später als geplant.

 

HNA, 02.09.2019 von Peter Dilling