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Der neue Stern am Daimler-Himmel
 

Ola Källenius übernimmt heute als Unternehmenschef

Ola Källenius kennt sein Unternehmen so gut wie sein Handschuhfach. Wenn der 49-jährige Schwede heute bei der Hauptversammlung in Berlin offiziell als neuer Daimler-Chef die Konzernführung übernimmt, dann arbeitet er bereits seit 26 Jahren im Konzern. Er lernte das Geschäft bei Daimler, stieg immer weiter auf und rückte vor bis in den Vorstand, an die Seite seines Förderers.

 

Genau den, Dieter Zetsche, den scheidenden Vorstandsvorsitzenden, beerbt Källenius jetzt – und das als erster Ausländer an der Spitze des deutschen Autoherstellers. Doch wie es beim Erben so ist, schließt dies nicht bloß das Schöne und Nützliche mit ein, sondern auch die Pflichten und Altlasten des Vorgängers.

 

Källenius muss Daimler, und dabei vor allem die Vorzeigemarke Mercedes, zukunftsfähig machen. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, nannte er kürzlich Nachhaltigkeit als sein zentrales Vorhaben. Daimler hinkt bei der E-Mobilität hinterher und muss sich zudem mit dem Verdacht der Abgasmanipulation herumschlagen. Sollte dieser sich bestätigen, drohen dem Konzern in den kommenden Jahren Strafen in Milliardenhöhe. Somit sind es die aktuellen, großen Themen der Branche, die Källenius in seiner Anfangszeit als neuer Vorstandsvorsitzender beschäftigen werden. Seine persönlichen Voraussetzungen lassen Daimler jedoch hoffen.

 

Der Vater dreier Söhne begann seine Karriere bei Daimler 1993, nach einem Wirtschaftsstudium, in der „Internationalen Nachwuchsgruppe“. Später leitete er unter anderem das US-Werk in Tuscaloosa, wurde Geschäftsführer der Mercedes-Sportwagenmarke AMG und Vorstandsmitglied. Seit 2017 ist er Forschungs- und Entwicklungschef von Daimler. Von einem Vorstandskollegen sei er als „sehr guter Manager“ bezeichnet worden, schreibt das Manager Magazin. Auf der einen Seite, so berichten mehrere Medien, gelte Källenius als höflich und unaufgeregt, als fair seinen Untergebenen gegenüber. Andererseits sage man ihm harte Entscheidungen und einen Mangel an Empathie nach.

 

Nun gilt es für Källenius, den Hoffnungen, die in ihn gesetzt werden, gerecht zu werden. Seine Startbedingungen sind nicht leicht: 2018 brach der Gewinn des Konzerns um 3,2 Milliarden Euro auf 11,1 Milliarden ein, der Absatz von Mercedes sank zuletzt deutlich. Will der Schwede Daimler wieder auf Kurs bringen und in eine nachhaltige Zukunft führen, muss er womöglich sparen. Das kann Arbeitsplätze kosten. Der Betriebsrat hat für diesen Fall bereits Protest angekündigt, schreibt die Wirtschaftswoche.

 

Das Vertrauen seines Vorgängers hingegen habe er. Er sei, so wird ein Insider zitiert, Zetsches „Wunschkandidat“ für den Posten gewesen.

 

HNA, 22.05.2019 von Maximilian Beer