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Trams in Kassel fahren mit Windstrom aus dem Stiftswald
 

52 Prozent regionaler Ökostrom

Als erstes deutsches Verkehrsunternehmen hat die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) die Stromversorgung für ihren Eigenbedarf auf regionalen Windstrom umgestellt.

 

„Der Kasseler ÖPNV wird noch sauberer und umweltfreundlicher. Denn die KVG-Trams sind nun gut zur Hälfte mit regional erzeugtem Ökostrom aus dem Windpark Stiftswald unterwegs“, sagt Unternehmenssprecher Ingo Pijanka.

 

Der Windpark, den die KVG-Schwestergesellschaft Städtische Werke betreiben, werde physikalisch in das Kasseler Netz eingespeist. 52 Prozent des Stroms, der die 78 Trams der KVG antreibe und die Betriebshöfe versorge, stamme nun aus dem Windpark Stiftswald. Von dort gelange er über das Umspannwerk Sandershausen ins Kasseler Netz, so Pijanka.

 

Dank der Zertifikate aus dem Regionalnachweisregister des Umweltbundesamtes (RNR-Zertifikate), die seit Jahresbeginn erworben werden könnten, sei es Unternehmen möglich, den EEG-geförderten Ökostrom-Anteil aus regionalen Anlagen zu beziehen. Diese müssten sich in einem Umkreis von maximal 50 Kilometern befinden.

 

Auf dem Weg in Richtung nachhaltiger Mobilität
Die restlichen 48 Prozent des Ökostroms für die KVG stammen aus norwegischer Wasserkraft. Perspektivisch werde der Regionalstromanteil noch steigen. Sollte der Gesetzgeber künftig einen höheren Anteil Regionalstrom ermöglichen, werde die KVG den Anteil erhöhen. „Der Wechsel zum regionalen Windstromprodukt ist für uns ein logischer nächste Schritt auf dem Weg in Richtung nachhaltiger Mobilität“, sagt KVG-Vorstandsmitglied Dr. Thorsten Ebert. 2007 habe die KVG deshalb als erster deutscher ÖPNV-Anbieter auf 100 Prozent Ökostrom umgestellt. Seit 2010 sei auch den Busverkehr klimaneutral und seit 2012 dann das gesamte Unternehmen.

 

Die Werke beliefern bereits einige Unternehmen und Privathaushalte mit regionalem Windstrom. „Der Regionalstromanteil der rund 19 Gigawattstunden Strom, die die KVG pro Jahr verbraucht, macht etwa 14 Prozent der erzeugten Menge des Windparks Stiftswald aus“, erklärt Werke-Vorstandsmitglied Dr. Olaf Hornfeck. Falls die KVG ihre Flotte um E-Busse, E-Roller oder andere elektrobetriebene Fahrzeuge erweitern wolle, könnten die Werke auch diese mit regionalem Windstrom versorgen.

 

HNA, 26.04.2019 von Andreas Hermann