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Millionen Motoren und Rahmenteile
 

VW-Werk in Baunatal ist beim Wandel hin zum Elektroantrieb gefragt

Ende 2019 werden im VW-Werk Kassel in Baunatal jährlich bis zu 800 000 Elektromotoren für die neuen Volkswagen- Modelle der I.D.-Familie gebaut. Doch nicht nur das: Auch der Rahmen für die EAutos, die für den europäischen Markt in Zwickau zusammengebaut werden, soll wohl in gleicher Größenordnung aus Nordhessen kommen. Elektromotor und Rahmen sind Teil des sogenannten Modularen Elektronik Baukastens (MEB). Dieser dient als Plattform für alle reinen E-Autos des Konzerns.

 

Den MEB nutzt VW beispielsweise für den Kompaktwagen I.D., der 2020 auf den Markt kommen soll, den Van I.D. Buzz und den SUV I.D. Crozz. Die Plattform soll aber auch an andere Hersteller zur Produktion von eigenen Elektrofahrzeugen verkauft werden (HNA berichtete). Ab 2025, so kündigt Volkswagen an, soll der I.D. auf Befehl autonom, also ohne Fahrer, das gewünschte Ziel ansteuern.

 

Der Volkswagen Konzern habe in der ersten Phase rund 15 Millionen reine E-Fahrzeuge auf dem MEB projektiert, teilte VW-Sprecher Marc Langendorf jetzt mit. Als weltweit erster externer Partner solle die Aachener e.GO Mobile AG den Elektrifizierungsbaukasten nutzen, um die Volkswagen-Modellpalette ergänzende E-Autos auf den Markt zu bringen, so der Sprecher weiter. Das heißt: Auch kleinere Autobauer sollen die von VW entwickelte MEB-Plattform für einen kostengünstigeren Einstieg in die Technologie nutzen. Das könnte für die Baunataler Fabrik ein Zusatzgeschäft bedeuten.

 

Nach Informationen der HNA sollen auf jeden Fall alle im Werk Zwickau für den europäischen Markt produzierten I.D. die Motoren und den Rahmen aus Baunatal erhalten. „Es fährt dann kein I.D. ohne diesen Rahmen“, sagte jetzt ein Insider im Gespräch mit der HNA. Schon jetzt liefere Baunatal diese Teile für die Fertigung von ersten Testfahrzeugen nach Zwickau. Offiziell gab es auf Anfrage der HNA keine Stellungnahme aus dem Baunataler Werk zum Umfang der MEB-Produktion ab Ende 2019. Bisher war immer nur von einer sechsstelligen Jahresproduktion des Baukastens die Rede. Dem Vernehmen nach beteiligen sich zudem mehrere Zulieferfirmen aus dem Umfeld der Baunataler Fabrik mit Teilen an der Fertigung des Rahmens.

 

Betriebsratschef Carsten Bätzold bewertet die Öffnung des MEB-Konzeptes auch für andere Hersteller positiv. „Mehr Absatz bedeutet mehr Beschäftigung“, sagt er auf Anfrage. Das Werk Baunatal als Leitwerk für den E-Antrieb im VW-Konzern habe sich frühzeitig Know-how erworben, so Bätzold. „Das sollte man dann nutzen.“ 

 

Pressemitteilung, 11.03.2019