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Volkswagen unter Strom
 

Deutlich mehr E-Automodelle 2028 – Flottenanteil soll auf 40 Prozent steigen

In den kommenden fünf Jahren will Volkswagen 44 Milliarden Euro in neue Technik wie E-Antriebe, autonomes Fahren und Digitalisierung stecken. Das sagte Herbert Diess, Vorstandschef der Volkswagen AG gestern bei der Jahrespressekonferenz in Wolfsburg. Im nächsten Jahrzehnt greifen in der EU härtere Vorschriften für den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2). Derzeit liegen die Flottenwerte des Konzerns bei 123 Gramm CO2 pro gefahrenem Kilometer, ab 2021 dürfen es EU-weit nur noch 95 Gramm sein. Anderenfalls drohen Strafzahlungen.

 

Für unseren Konzern setzt China inzwischen Standards bei Produktivität und Qualität. Herbert Diess VW-Vorstandschef „2019 wird zum Schlüsseljahr für unsere konzernweite E-Offensive“, macht Diess klar und hat dabei nicht nur den Heimatmarkt im Blick. „Für unseren Konzern setzt China inzwischen Standards bei Produktivität und Qualität.“ Als Innovationstreiber gebe die Volksrepublik das Tempo vor – bei der E-Mobilität, der Digitalisierung und neuen Mobilitätskonzepten. „Die Zukunft von Volkswagen entscheidet sich hier.“ Deshalb bringt der Autobauer bis 2028 fast 70 neue E-Automodelle in den Verkauf. Bisher plante VW mit 50.

 

In den kommenden zehn Jahren will der Konzern insgesamt 22 Millionen E-Autos auf dem modularen Elektro- Baukasten (MEB) fertigen statt wie zunächst geplant 15 Millionen. Bis 2022 werde es konzernweit 18 E-Standorte auf drei Kontinenten geben. Zwickau wird Leitwerk für den MEB, in Emden und Hannover wird die Fertigung auf e-Antrieb umgestellt, in China entstehen in Anting und Foshan zwei neue MEB-Werke. „Bis 2030 soll der E-Anteil in unserer Flotte in Europa und China auf mindestens 40 Prozent steigen“, sagt Vorstandschef Diess.

 

China sei der wichtigste Markt für den Konzern, auch wenn der nicht gelöste Handelsstreit zwischen den USA und China weiter für Unsicherheit sorgt. Seit Juni war der Automarkt in China stark rückläufig – „ein herausforderndes Umfeld“, sagt Diess. Trotzdem stieg der Absatz von 4,0 auf 4,1 Millionen Fahrzeuge. Junge Chinesen will VW mit der Marke Jetta locken. Der Verkauf soll dieses Jahr starten.

 

Diess sieht sehr wohl die Schattenseite der E-Mobilität. Ein E-Auto lasse sich mit etwa 30 Prozent weniger Aufwand herstellen: „Das heißt: Wir werden Arbeitsplätze abbauen, und es wird schwer, das nur mit Fluktuation und Altersteilzeit zu schaffen.“ Weltweit arbeiten für den Konzern 664 500 Menschen, 3,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. In Deutschland beschäftigt VW 120 000 Mitarbeiter, 14 300 von ihnen im VW-Werk Kassel und weitere 2800 im Bereich After Sales (OTC) in Baunatal.

 

Bedeckt hält sich der Konzern beim Thema Batterie – dem Herzstück des E-Autos. Um die Elektrooffensive abzusichern, habe VW mit LG Chem, SKI CATL und Samsung strategische Batteriezellen- Lieferanten ausgewählt. Bisher liefern asiatische Lieferanten die Batteriezellen, weil aber die Batterietechnologie zur Schlüsselkompetenz bei VW werden soll, so Diess, werde geprüft, ob man eine eigene Fabrik aufbaut oder sich in Europa an einer Fertigung beteiligt.

 

Pressemitteilung, 13.03.2019