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Bei VW in Baunatal gibt es nur noch Mehrwegbecher
 

Bisher noch keine Beschwerden von Mitarbeitern

Im Baunataler VW-Werk hat der Pappbecher ausgedient. Kaffee gibt es nur noch aus Mehrwegbechern. Wir haben uns das Recup-System angesehen.

 

„Ich finde das sehr gut. Das ist umweltfreundlich“, sagt Jürgen Lenhart und nimmt von Service-Mitarbeiterin Mandy Grimm einen der neuen, türkisfarbenen Becher mit frischem Kaffee entgegen. Umweltfreundlich ist der Coffee-to-go-Becher mit der Aufschrift „Recup“, weil er Teil eines neuen Mehrwegsystems im VW-Werk Kassel in Baunatal ist und somit wiederverwendet werden kann.


Keine Pappbecher mehr bei VW in Baunatal

Seit einigen Tagen bekommen Lenhart und die anderen rund 17.000 Mitarbeiter ihren Kaffee, Cappuccino, Latte Macchiato und Espresso in den insgesamt vier Kaffee-Bars und an den 70 Automaten im Werk sowie im Original-Teile-Center (OTC) zum Mitnehmen nur noch im Mehrwegbecher. Der Pappbecher hat ausgedient.

 

Jürgen Lenhart nutzt das umweltschonende System, das es im Volkswagen-Stammwerk Wolfsburg seit Sommer 2018 und in Baunatal seit einer Woche gibt. Er komme jeden Tag in die Kaffee-Bar neben dem Betriebsrestaurant der Halle 2, berichtet der 48-Jährige, der im Abgasanlagen-Versuchsbau arbeitet. „Der Kaffee ist sehr hochwertig“, sagt er. Das bestätigt auch Erwin Nehm, Leiter der Gastronomie im Baunataler VW-Werk. Es drehe sich um fair gehandelten Bio-Kaffee, der – auch im Automaten – „immer frisch gemahlen wird“.

 

Immerhin: Laut Nehm werden am zweitgrößten deutschen VW-Standort jährlich 2,5 Millionen Kaffeegetränke verkauft. Durch das Mehrwegsystem werden nach Angaben der VW-Gastronomie Kassel über alle VW-Werke hinweg jährlich 18 Tonnen CO2 und 1,6 Tonnen Holz eingespart.

 

So funktioniert das Recup-System von VW

Und so funktioniert das Recup-System: Jeder Mitarbeiter, der teilnehmen möchte, zahlt für den Becher einen Euro Pfand. Den gebrauchten Becher kann er dann beim nächsten Besuch wieder an der Kaffee-Bar abgeben. „Dafür bekommt er einen Gespülten zurück“, so Nehm.

 

Die Firma „Recup“ verspricht in einer Pressemitteilung jedenfalls, dass es sich wirklich um eine nachhaltige Alternative handele. Der Becher könne 500 Mal wiederverwendet werden. Und: „Den Becher kann man auch am Kaffee-Automaten nutzen“, ergänzt der Restaurant-Leiter. Das Gerät erkenne, ob ein mitgebrachter Becher eingestellt wird. In Wolfsburg könnten die Becher auch in städtischen Cafés verwendet werden, erläutert Thomas Frye vom Betriebsrat. In Baunatal und Kassel sei man noch nicht so weit.

 

Bisher keine Beschwerden von VW-Mitarbeitern in Baunatal

Grundsätzlich lobt Frye das Mehrwegsystem. Mit Pappbechern werde sehr viel Müll produziert, sagt er. „Wir wollen umsteigen auf den nachhaltigen Becher.“ In diesen Dingen müsse man die Menschen dazu erziehen, „ohne sie zu bevormunden“, sagt der Betriebsrat. Seit der Einführung des Recups vor einer Woche im Kasseler Werk habe es jedenfalls noch keine Beschwerden gegeben. Auch Jürgen Lenhart ist zufrieden. Er hat sein Fazit gezogen: „Da geht man mit der Zeit.“

 

HNA, 12.02.2019 von Sven Kühling