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13 Stellplätze sollen Lkw-Chaos lösen
 

Bahn baut zusätzliche Warteflächen am GVZ-Umschlagbahnhof

Stau, kaputt gefahrene Randstreifen, umgefahrene Laternen und Schilder – all das soll am Umschlagbahnhof des Güterverkehrszentrums (GVZ) im Industriepark Kassel bald der Vergangenheit angehören. Nach jahrelanger Diskussion um das herrschende Verkehrschaos an der Lise-Meitner-Straße ist das GVZ jetzt um eine Vorstaufläche mit 13 Lkw-Stellplätzen erweitert worden. 800 000 Euro hat der Betreiber, die DB Intermodal Services GmbH, in den Bau investiert.

 

Die Erweiterung war notwendig geworden, weil es derzeit nur drei Warteplätze für Lkw gibt. Zudem ist die zum GVZ führende Lise-Meitner-Straße eine enge Sackgasse. Zwei Lkw kommen kaum schadlos aneinander vorbei. Die Fahrzeuge weichen teilweise auf die Fußgängerwege aus. Es bilden sich lange Rückstaus. Die Lkw von anliegenden Unternehmen kommen oft nicht auf ihr Betriebsgelände. Seit Jahren hagelt es Beschwerden von den benachbarten Betrieben.

 

„Mit den zusätzlichen Stellplätzen werden wir den Rückstau extrem lindern“, ist sich Jens Pröse, Betriebsleiter DB Intermodal Services, sicher. Die GmbH ist Betreiber des Terminals und Mieter des Umschlagbahnhofs. GVZ-Eigentümerinnen sind zu 50 Prozent die Wirtschaftsförderung Region Kassel (WFG) sowie zu je 25 Prozent die Gemeinden Fuldabrück und Lohfelden. Zusammen bilden sie die GVZ-Projektgesellschaft (GVZ-P).

 

Die Verkehrsprobleme seien auch Folge der hervorragenden Auslastung der Anlage, sagt der Bürgermeister von Lohfelden und amtierende Vorsitzende der GVZ-P, Uwe Jäger (SPD). Der Umschlagbahnhof befindet sich seinem Fuldabrücker Amtskollegen Dieter Lengemann (SPD) zufolge mit 73 000 Container-Umschlägen im Jahr an der Kapazitätsobergrenze.

 

Die Erweiterungsmöglichkeiten sind allerdings begrenzt. Laut Pröse werden derzeit Gespräche mit dem Eigentümer der einzig noch möglichen 5000 Quadratmeter großen Erweiterungsfläche in der Nachbarschaft geführt. Andere umliegende Freiflächen seien bereits verkauft oder reserviert.

 

Die neue Vorstaufläche ist WFG-Geschäftsführer Kai Lorenz Wittrock zufolge nurein Schritt, um das ContainerTerminal fit für die Zukunft zu machen. „In den letzten vier Jahren hat die GVZ-P 1,4 Millionen Euro in den Erhalt der Infrastruktur gesteckt“, sagt er. Damit wurden vor allem die zum GVZ gehörigen 8,5 Kilometer langen Stammgleise modernisiert und erneuert. Bis 2020 will die Projektgemeinschaft weitere 700 000 Euro in den Umschlagbahnhof investieren.

 

Inwieweit die zusätzlichen Warteplätze die Verkehrssituation entschärfen, wird sich erst in einigen Wochen zeigen. Derzeit kann die neue Vorstaufläche noch nicht genutzt werden, da die Beleuchtung noch nicht abschließend installiert ist. Die bereits aufgestellte Flutlichtanlage soll laut Pröse in den kommenden ein bis zwei Wochen angeschlossen werden.

 

HNA, 16.01.2019 von Nicole Schippers