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Kasseler Unternehmen FMI Systems modernisiert Großpressen

Die Kasseler FMI Systems GmbH ist eine Art Jungbrunnen für alte Pressen. Das Unternehmen mit Sitz im Industriegebiet Waldau modernisiert und überholt im Kerngeschäft Pressen und Pressenstraßen aller Fabrikate. Die Maschinen verformen beispielsweise Stahlband in Karosserieteile. Nach der „Kur“, im Fachjargon Retrofit genannt, sehen die Maschinen wieder aus wie neu.

 

Die Nachfrage nach dem Service der FMI Systems GmbH sei immens, sagt der Kaufmännische Leiter des Unternehmens, Stephan Reese. Pressen bestünden zu gut 80 Prozent aus Stahl. Das bedeutet wenig Verschleiß und lange Lebensdauer für den mechanischen Teil. Durchschnittlich 20 bis 40 Jahre liefen die Maschinen, so Reese. Die Pressensteuerung hingegen ist sowohl dem Verschleiß als auch veränderten Sicherheitsanforderungen unterworfen. Da braucht es regelmäßige Modernisierung und Überholung, um auf dem neuesten Stand zu bleiben.

 

Überholung ist günstiger

Günstiger als eine neue Presse zu kaufen, ist das allemal. „Eine Presse kostet im Schnitt 120 Millionen Euro. Wenn wir die Anlage komplett überholen, beträgt der Preis etwa 20 bis 30 Prozent davon“, erläutert Reese. Zudem seien die Stillstandzeiten bei einer Überholung wesentlich kürzer als bei einer Neuanschaffung. Wenn FMI ans Werk geht, stehe die Maschine zwischen neun und 15 Monaten still.

 

Wenn eine neue Anlage implementiert wird, müsse der Kunde mit mindestens zwei Jahren Stillstand rechnen. Um den Ablauf noch weiter zu optimieren, hat das 2007 gegründete Unternehmen nun erstmals eine Anlage im eigenen Haus vorinbetrieb genommen.

 

Die Pressen selbst werden beim Auftraggeber vor Ort modernisiert. Die dazugehörigen circa 80 Schaltschränke – sie beherbergen die elektrischen und elektronischen Komponenten, die sich nicht direkt in der Anlage befinden – und einzelne Anlagenteile hat FMI in seiner Halle an der HeinrichHertz-Straße aufgebaut und mit einem Simulator getestet. „Das gab es in dieser Größenordnung in unserem Unternehmen noch nie“, sagt Reese.

 

Der Simulator ist quasi eine Presse im Miniformat. Im Beisein des Auftraggebers, laut Reese einer der weltweit größten Autohersteller, kann FMI so die Funktionsfähigkeit aller Module testen, bevor sie an den Kunden ausgeliefert werden.

 

Das Auftragsvolumen des gesamten Projektes beziffert FMI mit etwa 17 Millionen Euro. Mit der Vorinbetriebnahme am eigenen Standort will das Unternehmen Kosten senken und die Effizienz steigern. Neben Fahrt- und Unterbringungskosten für die FMI-Mitarbeiter lassen sich so vor allem Transportzeiten und -kosten für benötigte Ersatzteile senken sowie die Inbetriebnahmezeiten verkürzen. Die Premiere war übrigens erfolgreich. „Es hat alles reibungslos funktioniert“, freut sich Reese.

 

50 Mitarbeiter in Kassel

FMI beschäftigt 50 Mitarbeiter am Hauptsitz in Kassel. Zusammen mit den Mitarbeitern in der mexikanischen Niederlassung sowie denen der weltweiten Kooperationspartner arbeiten gut 400 Menschen für das Unternehmen. FMI sucht derzeit dringend Hardund Softwarekonstrukteure sowie Projektleiter.

 

HNA, 20.12.2018 von Nicole Schippers