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Prominenter Unterstützer
 

BMW-Großaktionär Stefan Quandt investiert in Kasseler Start-up Dedrone

Der Kasseler Drohnenabwehr-Spezialist Dedrone bekommt prominente Unterstützung: Der Unternehmer und Milliardär Stefan Quandt investiert in das deutsch-amerikanische Technologie-Start-up. Das teilte das Unternehmen gestern mit. Quandts Beteiligungsgesellschaft Aqton Private Equity hat demnach einen Anteil von 10,5 Prozent am Stammkapital erworben. Die genaue Investitionssumme wurde nicht bekannt gegeben.

 

Dedrone hat ein Drohnenwarnsystem zum Schutz von Unternehmern, Veranstaltungen und kritischen Infrastrukturen entwickelt. Mittels Sensoren erkennt es unbemannte Flugobjekte am Fluggeräusch und -verhalten sowie an Form und Funksignalen. Es lokalisiert die Piloten, alarmiert die Sicherheitskräfte und aktiviert Schutz- und Abwehrmaßnahmen.

 

Die Basis bilden von Dedrone entwickelte Radiofrequenzsensoren, die Drohnen und Fernsteuerungen anhand ihrer Funksignale identifizieren und orten. DroneTracker, die Dedrone-eigene SoftwarePlattform, sammelt, verarbeitet und bewertet die Sensor-Informationen und bestimmt die Position des Piloten. Mit Quandt beteiligt sich neben John Chambers, der den Netzwerkausrüster Cisco zu einem milliardenschweren Konzern und zum zeitweise wertvollsten Unternehmen der Welt aufbaute, ein weiterer bedeutender Unternehmer an Dedrone.

 

Insgesamt flossen nach Unternehmensangaben bereits rund 25 Millionen Euro Wagniskapital in das Start-up, unter anderem von den Risikokapitalfirmen Target Partners aus München, Felicis Ventures und Menlo Ventures aus dem Silicon Valley. Dedrone-Chef Jörg Lamprecht sieht in dem Engagement der Aqton Private Equity vor allem eine Chance, neue Kontakte im europäischen Markt zu knüpfen: „Wir sind zuversichtlich, mithilfe unserer international aufgestellten Investorenbasis auch in unserer Heimat Europa noch stärker Fuß fassen und wachsen zu können.“ Quandt lässt sich mit den Worten zitieren: „Die Stadt der Zukunft wird von Digitalisierung und künstlicher Intelligenz geprägt sein. Dazu passt eine smarte Infrastruktur im unteren Luftraum. Die Dedrone-Technologie bietet hier neben Sicherheit auch viele Zukunftschancen.“

 

Dedrone arbeite schon heute mit mehreren Großstädten zusammen. Ziel sei der Aufbau einer flächendeckenden Drohnen-Erkennung zur Inspektion von Bauwerken oder Lenkung von Rettungskräften. Dedrone wurde 2014 von Lamprecht gemeinsam mit Ingo Seebach und Rene Seeber in Kassel gegründet. Seinen Hauptsitz hat das Unternehmen inzwischen nach San Francisco in den USA verlegt. Entwicklung und Produktion befinden sich nach wie vor in Kassel.

 

70 Mitarbeiter

Das Unternehmen, das nach eigenen Angaben der Markt- und Technologieführer in der Luftraumsicherheit ist, beschäftigt 70 Mitarbeiter, davon 45 in Kassel. Jährlich setzt Dedrone einen mittleren einstelligen Millionenbetrag um.

 

HNA, 15.11.2018 von Nicole Schippers