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Bahn startet vollautomatisierte S-Bahn
 

Weltpremiere bei ITS-Kongress in Hamburg – Schaufenster für die Mobilität der Zukunft

Mit einer Weltpremiere auf der Schiene hat in Hamburg der Weltkongress für intelligente Transportsysteme (ITS) begonnen: Erstmals haben Deutsche Bahn und Siemens eine SBahn digital gesteuert vollautomatisch fahren lassen. Bahnchef Richard Lutz kündigte an, die Technologie werde schrittweise auf das gesamte S-Bahn-Netz der Hansestadt und später auch auf andere Netze in Deutschland ausgedehnt. Laut Siemens- Chef Roland Busch handelt es sich um eine „Blaupause für die Digitalisierung der Schiene in Deutschland, Europa und der ganzen Welt“. Autonome Bahnen gebe es zwar schon länger. Neu sei das offene System, das mit jeder Bahn kompatibel sei, die die technischen Standards beherrsche.

 

„Sie erleben eine Stadt, die sich den Herausforderungen der Zukunft stellt und die Mobilitätswende aktiv voranbringt“, sagte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). „Dazu gehören autonomes Fahren im Echtbetrieb, intelligente Verkehrssteuerung auf Straßen und Schienen sowie digitale Dienste, die unsere Mobilität einfacher, effizienter und klimafreundlicher machen.“ Hamburg sei „ein Reallabor“ für die Zukunft der Mobilität, sagte der Chef des Veranstalters Ertico, Angelos Amditis. 400 Aussteller sind präsent; erwartet werden bis Freitag rund 13000 Besucher.

 

Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) betonte die Bedeutung des Kongresses. Von Projekten wie der digitalen S-Bahn sollten die Menschen dauerhaft profitieren. Die S-Bahn der Linie S21 pendelt auf einer eigens dafür ausgerüsteten Strecke zwischen den Stationen Berliner Tor und Bergedorf/Aumühle. Anfahren, Beschleunigen, Bremsen und Halten erledigen die speziell für den automatischen Betrieb umgebauten Züge von selbst. Ab Dezember fahren die dafür umgebauten vier S-Bahn-Züge im fahrplanmäßigen Einsatz. Das Projekt „Digitale SBahn Hamburg“ wird mit 60 Millionen Euro von Hamburg, der Deutschen Bahn und Siemens finanziert. Es ist Teil des Vorhabens „Digitale Schiene Deutschland“, mit dem die Bahn ihre Infrastruktur bis zum kommenden Jahrzehnt generell ins digitale Zeitalter bringen will. Das sei dringend nötig, sagte Busch, denn es gebe an vielen Stellen bei der Bahn „noch steinalte Technologie“. Lutz bezeichnete die Digitalisierung auf der Schiene als „Schlüssel für die Mobilitätswende“. Im Kampf gegen den Klimawandel müssen nach Einschätzung von Experten noch deutlich mehr Menschen vom Auto auf die Schiene umsteigen. Allerdings sind Ausbauten des Netzes wegen langer Planungsphasen und Platzmangels oft schwierig.

 

Mit der Digitalisierung der Schiene können Bahnen in deutlich engerem Takt fahren, so dass nach Angaben von Lutz eine bis zu 30 Prozent höhere Kapazität ohne zusätzliche Gleise möglich wäre. Der Siemens-Chef ergänzt, dass bis zu 30 Prozent Energie gespart werden könnten und die Pünktlichkeit verbessert werde. „Die neue Technologie ist zugelassen; weil sie offene Schnittstellen hat, können sie alle Betreiber weltweit sofort für alle Zugtypen nutzen.“

 

Pressemitteilung, 12.10.2021.

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