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Abschied vom Verbrenner bis 2035
 

VW-Vertriebschef Klaus Zellmer über die Zukunft des Autobaus und die Uefa-Politik

VW bereitet den endgültigen Abschied vom Verbrenner vor, will sich dafür aber mehr Zeit nehmen als die Konzernschwester Audi. Das machte VW-Vertriebsvorstand Klaus Zellmer in Interview deutlich.

 

Herr Zellmer, die Stadt München wollte zur EM ein Zeichen für Vielfalt und Toleranz setzen und das Stadion zum Spiel Deutschland-Ungarn in Regenbogen-Farben beleuchten. Das hat die Uefa verboten und damit einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. VW ist einer der größten EMSponsoren. Wird es für Sie jetzt nicht endlich Zeit, Ihre Stimme zu erheben?

 

Genau das tun wir. Wir haben eine Verantwortung als Sponsor und nehmen diese auch sehr ernst. Volkswagen hat seine Position zum Thema Vielfalt gegenüber den Verantwortlichen des DFB und vor allem der Uefa sehr klar zum Ausdruck gebracht. Natürlich hätten wir uns über eine Beleuchtung des Stadions in Regenbogenfarben zum Spiel Deutschland gegen Ungarn sehr gefreut. Das wäre ein wichtiges und eindrucksvolles Zeichen in die Welt gewesen.

 

Angesichts der Haltung des europäischen Fußball- Verbands verfestigt sich der Eindruck, dass die UEFA ein erstarrter Verband ist, bei dem der Profit an erster Stelle steht. Ist die UEFA überhaupt beeinflussbar?

 

Grundsätzlich müssen Verbände die Interessen vieler Mitglieder berücksichtigen. Gleichzeitig wird es zunehmend wichtiger, auch bei gesellschaftlichen Themen eine klare Haltung zu zeigen. Das gilt insbesondere für die UEFA, die über den Fußball Milliarden von Menschen erreichen kann. Dieser Herausforderung muss sich der Verband stellen. Wir als Sponsor werden die UEFA weiter daran erinnern. Das ist auch unsere Verantwortung. Mit unserer Bandenwerbung in Regenbogen-Farben setzen wir als Volkswagen in den Achtelfinal-Spielen der EM sehr deutliche Zeichen für Diversität in Sport und Gesellschaft.

 

Die EU steht vor einer weiteren Verschärfung der Klimaziele. Nach den Überlegungen könnten die CO2-Emissionen bis 2030 künftig um 60 Prozent reduziert werden statt der bislang vorgesehenen 55 Prozent. Bis 2035 soll der Grenzwert sogar auf null sinken. Das entspräche faktisch einem Verbot von Verbrennern. Kann ein solch weitgehender Eingriff der EU in den Markt der richtige Weg sein?

 

Die Diskussion zu den Klimazielen ist noch nicht abgeschlossen. Wir sind aber auf eine mögliche Verschärfung der Vorgaben schon heute vorbereitet und gehen sogar ein ganzes Stück darüber hinaus. In Europa werden wir den Anteil batterie-elektrischer Fahrzeuge am Gesamtabsatz bis 2030 auf 70 Prozent erhöhen. Zehn Prozent mehr, als der Gesetzgeber dann vorschreiben würde. Es wird dabei Märkte geben, in denen frühzeitiger nur noch batterie-elektrische Fahrzeuge erlaubt sein werden; denken Sie an Norwegen. Und es wird Märkte geben, in denen batterie-elektrische Fahrzeuge ökologisch wenig Sinn ergeben würden, weil der Strom auch perspektivisch vor allem aus Kohle gewonnen wird. Deshalb müssen wir uns bei Verbrennern und batterie-elektrischen Fahrzeugen einen gewissen Spielraum lassen. Am Ende liegt die Entscheidungsfreiheit immer beim Kunden.

 

Ihre Konzernschwester Audi will ab 2026 nur noch elektrische Modelle neu auf den Markt bringen. 2033 sollen die letzten Verbrenner vom Band rollen. Wann schickt VW den Verbrenner in Rente?

 

Wir haben uns ganz klare Ziele und Meilensteine gesetzt. Bis spätestens 2050 machen wir unsere gesamte Flotte CO2-neutral. In Europa steigen wir zwischen 2033 und 2035 aus dem Geschäft mit Verbrenner-Fahrzeugen aus, in den USA und China etwas später.

 

Können Sie sich angesichts der Herausforderungen durch die geplanten weiteren Verschärfungen der Emissionsvorschriften vorstellen, mittelfristig sogar ganz auf den Diesel zu verzichten?

 

Wir werden die Verbrennungstechnologie noch einige Jahre benötigen. Daher werden wir auch weiterhin in die Optimierung unserer Antriebe investieren. Das gilt natürlich auch für den Diesel. Mit Blick auf die mögliche Einführung einer EU7- Norm ist der Diesel sicher eine besondere Herausforderung. Aber es gibt Fahrprofile, bei denen Selbstzünder immer noch sehr stark nachgefragt werden.

 

Eines der größten Probleme der Branche im laufenden Jahr ist die Knappheit bei Halbleitern. Ähnlich wie andere Autobauer hat auch VW Kurzarbeit anmelden müssen und die Bänder zwischendurch sogar komplett runtergefahren. War’s das jetzt?

 

Nach der Corona-Krise ist der Engpass bei Halbleitern sicher die größte Herausforderung, die wir zu lösen haben. Derzeit gehen wir davon aus, dass in den kommenden Monaten die Versorgung mit Chips angespannt bleiben wird, aber auch der Tiefpunkt der Versorgungskrise erreicht wird. Weitere Produktionsanpassungen sind nicht auszuschließen. Wir erwarten im zweiten Halbjahr für die Halbleiterversorgung eine Verbesserung.

 

Angesichts der Engpässe bei Halbleitern hat zuletzt auch die Diskussion um den massiven Ausbau eigener Fertigungskapazitäten in Europa Fahrt aufgenommen. Was halten Sie davon?

 

Solange eine stabile Versorgung sichergestellt ist, ist es zunächst egal, wo Halbleiter produziert werden. Aber natürlich hat eine regionale Produktion grundsätzlich aus logistischer Sicht immer eine Reihe von Vorteilen. Sie verringert Kosten, reduziert Emissionen und ermöglicht schnelle Reaktionszeiten.

 

Pressemitteilung, 28.06.2021.

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