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Milliardenprojekt für Fernzüge
 

Tunnel unter Frankfurt soll Engpass im bundesweiten ICE-Verkehr beseitigen

Das Vorhaben ist gewaltig: Ein rund zehn Kilometer langer Tunnel soll unter die Frankfurter City gebohrt werden, damit Fernzüge schneller den Hauptbahnhof erreichen. Dort entsteht ein neuer Tiefbahnhof. Rund 3,6 Milliarden Euro investiert der Bund nach bisherigem Stand in das Bauprojekt, dessen Details am Montag vorgestellt wurden.

 

Interview mit Ronald Pofalla
Infrastrukturvorstand der Bahn

 

Welchem Zweck dienen Tunnel und Tiefbahnhof?

Der Frankfurter Hauptbahnhof ist mit fast einer halben Million Umsteiger – zumindest ist dies der Stand vor der Corona-Pandemie – ein zentraler Knoten im Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn. Als Kopfbahnhof verursacht er häufig Verspätungen mit bundesweiten Auswirkungen. Er gilt mit derzeit 1250 Zügen pro Tag als stark belastet. Künftig könnten durch den neuen Tunnel täglich bis zu 250 Züge mehr über den Hauptbahnhof fahren, erklärte DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla. Pro Zug sollen nach dem Neubau sieben Minuten gespart werden können. Der jetzige Hauptbahnhof soll bestehen bleiben und künftig ausschließlich dem Regionalverkehr zur Verfügung stehen.

 

Welchen Verlauf soll der Tunnel nehmen?

Der neue, unterirdische Fernbahnhof soll in 35 Meter Tiefe unter dem südlichen Teil des Hauptbahnhofs entstehen. Zum Einsatz kommen soll eine Tunnelbohrmaschine, die die Röhre im Westen des Hauptbahnhofs bis unter den südlichen Teil des Gebäudes gräbt. Der neue Tiefbahnhof soll vier Gleise bekommen. Die Röhre soll dann teils unter dem Main bis zu einem Kreuzungspunkt führen und sich in einen südlichen und nördlichen Zweig aufspalten. So soll sie mit den beiden südlich und nördlich des Mains nach Hanau verlaufenen Bahnstrecken verbunden werden. Der exakte Verlauf ist Teil der nun beginnenden Planungen. Eine Machbarkeitsstudie habe ergeben, dass das Projekt realisierbar sei, teilte die Bahn mit.

 

Ist Widerstand zu erwarten?

2001 war das heftig diskutierte Vorhaben „Frankfurt 21“ zu den Akten gelegt worden – ähnlich wie in Stuttgart sollte der Kopfbahnhof damals durch einen Tiefbahnhof ersetzt werden. Dass sich das aktuelle Vorhaben davon unterscheidet, wurde am Montag bei der Vorstellung mehrmals betont. Das Vorbild liege nicht im Südwesten Deutschlands, sondern in Zürich, wo unter dem Kopfbahnhof ein zusätzlicher Tiefbahnhof entstanden ist – mit sehr guter Wirkung auf den Zugverkehr, wie auch der Fahrgastverband Pro Bahn betont. Mit weiteren Verbänden und Vereinen hat sich Pro Bahn in einer Resolution für das Vorhaben ausgesprochen. Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland gehört dazu.

 

Wann werden die ersten Züge rollen?

Das hängt davon ab, wie rasch die Planungs- und Genehmigungsphase beendet wird. Die Bahn nennt 2030 als möglichen Baubeginn und rechnet mit einer zehnjährigen Bauzeit. Der Bund will, dass möglichst Mitte der 2020er-Jahre begonnen wird, dann könnten schon 2035 die ersten Züge rollen. Zürich brauchte 17 Jahre von der ersten Idee bis zur Fertigstellung, wie der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) anmerkte. Klar ist: Schon kleinere Bauprojekte verzögern sich oft wegen zuvor nicht absehbarer Hindernisse um Jahre. So wies der Frankfurter OB Peter Feldmann (SPD) auf die zahlreichen Funde von Fliegerbomben hin, die es in der Stadt zuletzt bei Bauarbeiten gab.

 

Was ist zu Auswirkungen der Baumaßnahmen bekannt?

Sie sollen so gering wie möglich gehalten werden, hieß es bei der Vorstellung. Details waren dazu unter Berufung auf das frühe Planungsstadium zunächst nicht zu erfahren. Auswirkungen auf den Zugverkehr sind zu erwarten. Zudem finden die oberirdischen Baumaßnahmen nicht im luftleeren Raum statt. Mögliche Auswirkungen auf Anwohner würden untersucht, ebenso wie Auswirkungen auf Natur und Umwelt, heißt es dazu auf der Projekt-Homepage. Nötig seien auch weitere Baumaßnahmen im Zusammenhang mit dem Vorhaben, etwa am Hauptbahnhof und Frankfurter Südbahnhof.

 

Pressemitteilung, 29.06.2021.

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