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„Türme wird es nicht geben“
 

Jordan-Quartier: Viele Fragen zu Wohnqualität und Verkehr

Das Projekt eines neuen Wohnquartiers auf dem ehemaligen Jordan- Gelände geht in die entscheidende Planungsphase. Es handelt sich um das Areal zwischen Eugen-Richter-Straße und Bahntrasse, wo die Wohnungsgesellschaft GWH auf 27 000 Quadratmetern bauen will. Fünf Planungsbüros erarbeiten Entwürfe. Vertreter der GWH und der Stadt präsentierten das Planungskonzept im Ortsbeirat Süsterfeld/ Helleböhn.

 

Die wichtigsten Eckpunkte: Es sollen bis zu 250 Wohneinheiten gebaut werden, es wird eine Kita errichtet. Das Quartier soll viel Grün und möglichst wenig Autos bekommen. Auf positive Resonanz stieß die Ankündigung, dass das marode Olof-Palme- Haus nach seinem Abriss an gleicher Stelle wieder aufgebaut werden soll.

 

Man plane einen Mix aus frei finanziertem und gefördertem Wohnungsbau, kündigte GWH-Projektleiter Christian Wedler an. Es werde einen Anteil von 30 Prozent Sozialwohnungen, weitere Mietwohnungen sowie Eigentumswohnungen und Eigenheime geben, zu erschwinglichen Mietpreisen und für den „mittleren Geldbeutel“.

 

Im Mittelpunkt der Diskussion standen dann vor allem die Wohnqualität im Quartier, die Angst vor zu viel zusätzlichem Verkehr und die Notwendigkeit eines Parkplatzkonzepts.

 

Ortsbeiratsmitglied Björn Alex (SPD) äußerte die Sorge, dass in dem Quartier sechsoder siebenstöckige Gebäude errichtet werden könnten. Das passe nicht zur Eigenheim- Bebauung der angrenzenden Süsterfeld-Siedlung. Günstige Eigenheime für junge Leute seien wünschenswert. Wedler versuchte, solche Bedenken zu zerstreuen. „Türme wird es nicht geben“, sagte er, viergeschossige Bauten und auch mal ein Fünfgeschosser wohl aber schon. DieGWHhabe selbst ein Interesse an guter Wohnqualität. Man wolle eine ähnliche Qualität wie in der gegenüberliegenden GWH eigenen Helleböhn- Siedlung erreichen. Das Jordan-Quartier biete dem Stadtteil eine einzigartige Entwicklungschance, meinte Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne). Zum Rennsteig hin werde die Bebauung niedriger ausfallen, sagte Stadtplaner Jens Herzbruch, der Grünzug an der Brückenstraße werde erhalten bleiben.

 

Dem Lärmproblem vonseiten der Eisenbahn und des Verkehrs auf der Eugen-Richter- Straße werde man mit einer Riegel-Bebauung und passivem Schallschutz an der Bahnlinie begegnen, sagte Philipp Meier von der GWH. Um den Verkehr gering zu halten, prüfe man unter anderem, ob man ein autofreies Quartier nach dem Vorbild des Fulda-Quartiers umsetzen könne. Mehrere Bürger und Ortsbeiratsmitglieder äußerten die Befürchtung, der Parksuchverkehr werde steigen und die benachbarte Süsterfeld- Siedlung belasten.

 

Es herrsche jetzt schon großer Parkdruck. Wedler lehnte den Vorschlag, Tiefgaragen zu bauen als zu teuer ab. Man könne man aber vorhandene Parkflächen aufstocken. Ortsvorsteher Helmut Alex (SPD) schlug vor, Angestellten, die im benachbarten neuen Magazinhof- Quartier arbeiten, attraktive Eigenheime anzubieten. Dann könnten zumindest diese aufs Auto verzichten.

 

Pressemitteilung, 08.12.2020.