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Kasseler Profis packen alles ein
 

Vom Mikrochip bis zur kompletten Fabrik – Kopack organisiert den Transport in die ganze Welt

Wer wissen will, woran Maschinen- und Anlagenbauer, Rüstungsschmieden, Medizin- und Solartechnik- Hersteller, Zugbauer, Bahn und Autozulieferer in Nordhessen und weit darüber hinaus gerade arbeiten, der braucht nur in die Hallen des Kasseler Verpackungsspezialisten Kopack zu schauen. Denn dort stehen die meist sperrigen, oft Sattelzug-großen und bis zu 50 Tonnen schweren Anlagenteile und Fahrzeuge, die gut und sicher verpackt per See- oder Luftfracht nach Übersee gehen.

 

Riesige Spaltgaskühler des Maschinenbauunternehmens Arvros Schmidtsche Schack, Drehgestelle von Siemens- Loks für Afrika, schwere Lok- Komponenten von Bombardier für Israel, Maschinen und Anlagen für eine B.Braun-Fabrik in Vietnam – die Hallen stehen voll. Dazu kommen gewaltige Bearbeitungszentren des Eschweger Spezialmaschinenbauers Präwema für die USA und China, große SMA-Solarwechselrichter für Kraftwerke in Japan und Südkorea, containerweise Ersatzteile für Panzer und gepanzerte Fahrzeuge von Krauss-Maffei Wegmann und Rheinmetall. Die Kundenliste des mittelständischen Unternehmens liest sich wie das who-is-who der regionalen und bundesweiten Hightech-Branche.

 

„Wir packen alles ein, vom Mikrochip bis zur kompletten Fabrik“, erklärt Seniorchef Johannes Kowal. Der 74-Jährige führt das Unternehmen mit Sohn Marcus und Tochter Angela. Enkel Benjamin Springer ist auch schon im Boot, und die beiden weiteren Enkel Jonas und Louis sollen nach dem Wunsch von Eltern und Großeltern auch dazukommen.

 

Der größte Einzelauftrag in der 53-jährigen Geschichte Kopacks war der Transport einer Kalt- und Warmwalzanlage in die damalige UdSSR, 12 000 Tonnen – das entspricht fast 500 Lkw-Ladungen – mussten sicher verpackt und bewegt werden. Der zweitgrößte Auftrag

der Firmengeschichte war die Verpackung eines demontierten Fiat-Werks, das in Russland wiederaufgebaut wurde.

 

Dabei beschränkt sich Kopack schon lange nicht mehr auf die maßgeschneiderten Verpackungslösungen mit eigens angefertigten Kisten, Verschlägen, Paletten und Transportböden. Die Logistikprofis reinigen die Bauteile und Maschinen, schützen sie vor Korrosion und konservieren sie, wickeln sämtliche Import-, Export- und Zollformalitäten ab und bringen das Gut auf die meist lange Reise. „Die Kunden müssen sich um nichts kümmern. Das machen alles wir“, erklärt Kowal.

 

Wichtiger Bestandteil der Dienstleistungen des professionellen Kopack-Teams ist auch die Zertifizierung der Ware. Das ist vor allem für die Luftfracht von Bedeutung. Luftfahrtgesellschaften und Bestimmungsländer müssen sicher gehen können, dass sich kein Sprengstoff in den sperrigen Kisten verbirgt. Mit einem speziellen, überdimensionierten Röntgengerät überprüft Kopack alle Kisten bis zu einer Höhe und Breite von jeweils 1,75 Meter. Größere Transportbehälter werden mit Handgeräten sorgfältig abgescannt, die selbst geringste und wochenalte Sprengstoffspuren erfassen.

 

Die Geschäfte laufen insgesamt gut, zurzeit wegen verschobener Großaufträge der Kopack-Kundschaft aber ein wenig schleppend. „Das ist nur eine vorübergehende Erscheinung. Auf mittlere und lange Sicht haben wir sehr viel zu tun“, sagt Kowal.

 

HNA, 28.02.2018 von José Pinto