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Spezialitäten vom Werk Werra
 

Neue Unternehmensstrategie "Shaping 2030" von K+S

Kassel. K+S hat unter dem Namen "Shaping 2030" seinen Unternehmensfahrplan für die nächsten 13 Jahre veröffentlicht. Auch wenn vieles darin noch sehr pauschal ist, haben wir die wichtigsten Inhalte in Fragen und Antworten zusammengefasst.

 

Hat die Strategie direkte Auswirkungen auf die Beschäftigten in Deutschland, vor allem die 4400 im K+S Werk Werra?

Nicht unmittelbar. In der Transformationsphase bis 2020 strukturiert sich das Unternehmen zunächst intern neu. Erst wenn die neue Strategie steht, können laut K+S verlässige Aussagen hinsichtlich der Personalsituation getroffen werden. Möglich sei, dass sich Arbeits- und Aufgabenfelder verändern, vor allem in der Verwaltung. Vereinzelt könne es auch zu Stellenabbau kommen, langfristig laute das Ziel jedoch, mehr Arbeitsplätze zu schaffen.

 

Welche neuen Produkte will K+S anbieten?

Das Unternehmen will kein komplett neues Geschäftsfeld aufbauen. Die Produktion für andere Düngeverfahren, wie etwa mit Stickstoff oder Phosphat, ist derzeit nicht vorgesehen. Vielmehr sollen kalibasierte Spezialitäten in größeren Mengen gefördert werden. Dabei spielt das Werk an der Werra eine entscheidende Rolle, da es hier einzigartige Vorkommen an Magnesium und Sulfat gibt.

 

Was sieht die Strategie hinsichtlich der Abwasserproblematik vor?

Bis 2021 soll die Versenkung von salzhaltigen Prozessabwässern aus der Kali-Produktion in Deutschland in Gänze eingestellt werden. Allgemein sollen salzhaltige Abwässer reduziert werden. Außerdem soll es online Ausschreibungen geben, um Ideen zur Nachhaltigkeit aus der Forschung zu sammeln. Im Zentrum soll die Frage stehen, wie man effizient mit Rückstandsalzen umgehen kann.

Ist ein neues Werk in Deutschland oder anderswo geplant?

Momentan nicht, Bethune, das Werk in Kanada, war ein Mammutprojekt und hat knapp drei Milliarden Euro gekostet. Daher ist im Plan bis 2030 derzeit kein Neubau vorgesehen. Zukäufe sind allerdings denkbar.

 

Der Plan sieht vor, die Märkte in Afrika und Asien weiter zu erschließen. Was bedeutet das genau?

Das Unternehmen sieht in Afrika im Bereich Düngemittel großes Potenzial, vor allem aufgrund der Bodenbedingungen in der Subsahara. Ähnlich verhält es sich in Asien aus. Hier sind auch weitere Zukäufe und Gewinne durch Optimierung bestehender Strukturen geplant.

 

Der Fokus der Geschäftsstrategie bis 2030 soll auf Kundenorientierung liegen. Was heißt das konkret?

Bisher war die Geschäftsstrategie von K+S stark produktionsgetrieben. Das heißt, es wurde zuerst produziert und dann geschaut, wie man das Produkt an den Mann bringen kann. Dieser Ansatz soll nun umgedreht werden und die Produktion an den Bedürfnissen der Kunden orientiert werden - genauer an den vier Produktmarktsegmenten Agrar, Industrie, Konsumenten und Kommunen näher am Kunden. Diese Neujustierung, die sogenannte Transformationsphase, soll bis 2020 abgeschlossen sein. In der ab 2020 folgenden Wachstumsphase soll die Abhängigkeit von externen Faktoren wie dem Wetter oder dem Weltmarktpreis für Kaliumchlorid verringert werden. Bis 2021 soll die Versenkung salzhaltiger Abwässer komplett eingestellt werden.

 

Die Geschäftsbereiche sollen im Sinne einer "One Company" integriert werden. Was bedeutet das?

Bisher liefen in der K+S Gruppe viele Prozesse aneinander vorbei. Diese sollen nun koordiniert werden. Dadurch sei auch eine Änderung der Rechtsform denkbar.

 

von Maik Dessauer, HNA vom 10.10.2017